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Der jüdische Student · 1933-05-01 · Heft 2 (Mai 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 2 (Mai 1933)
Date
1933-05-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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auf vielen Gebieten ganz ausgezeichnete Resultate in erster Linie der Hebräischen Universität schon heute einen vorzüglichen Namen in der wissenschaftlichen Welt verschafft haben, auch der Lehrbetrieb auf zahlreichen Gebieten der Geisteswissenschaften und neuerdings auch der Naturwissenschaften ss> weit durchgeführt, daß man darin den Studien ähnlich wie an einer mittleren deutschen Universität obliegen kann und in der Regel mit guter Aussicht auf Erfolg später bei einer deutschen Fakultät den Antrag stellen mag, ein oder einige Studiensemester in Jerusalem angerechnet zu bekommen, Am ausgedehntesten ist der Lehrbetrieb am Judaistischen Institut; hier kann man u. a. talmudische, gaonäische und rabbinische Literatur, mittelalterliche uaä neuere hebräische Literatur, Palästina-Kunde (einschließlich biblischer und talmudischer Botanik), mittelalterliche Geschichte, jüdisches Recht, Kabbala und jüdische Philosophie, Soziologie der Juden, jüdische Bibelkommentatoren,, Archäologe studieren. Nimmt man noch die andersartigen Möglichkeiten, die für judaistische Studien in Jerusalem bestehen (z. B. Jeschiboth), hinzu, so wird man sagen können: sowohl für den reinen Wissenschaftler wie für den Rabbinats-Kandidaten gibt es heute nirgends auf der Welt eine so intensive judaistische Ausbildungsmöglichkeit wie in Jerusalem. Besonders vielseitig und tiefgehend ist auch der Lehrbetrieb auf dem Gebiete der Arabistik einschl. der Kunst und Archäologie des Nahen Ostens. Von den Geisteswissenschaften sind ferner voll vertreten Allgemeine Philosophie und Reine Mathematik, während einige weitere Gebiete' (klassische Philologie, mittelalterliche Literatur, Geschichte; auch der Lehrstuhl für internationales Friedensrecht gehört hierher) noch nicht voll entwickelt oder im Ausbau begriffen, sind. Auf naturwissenschaftlichem Gebiete besteht voller Unterrichtsbetrieb in Chemie (einstweilen mit Ausnahme der physikalischen und z. T. der anorganischen Chemie), Zoologie, Botanik, auf verschiedenen Gebieten der Parasitologie und der Hygiene nebst Nachbarwissenschaften (z. B. Helminthologie, Physiologie usw.). In kleinerem Maßstab werden einstweilen Physik und Geologie unterrichtet, Auf gewissen Gebieten der Biologie subtropischer bzw. orientalischer Länder findet man in Jerusalem bereits einen Standard, der seinesgleichen nur an wenigen Orten hat. Dem Lehrbetrieb dient mittelbar auch die der Universität benachbarte National- und Universitätsbibliothek, die mit etwa einer Vierlelmillion von Bänden nicht bloß einen Anziehungspunkt für den ganzen vorderen Orient darstellt, sondern in manchen Disziplinen auch den Vergleich mit europäischen Bibliotheken nicht zu scheuen hat. 2. Praktische Möglichkeiten des Jerusalemer Studiums für hiesige Studenten. Während die große Mehrzahl der Jerusalemer Studenten sich einerseits aus Angehörigen des Jischub, andererseits aus den dem Numerus clausus entfliehenden Kreisen osteuropäischer Studenten rekutiert, gibt es seit längerem aus U.S.A. und aus verschiedenen Ländern Mittel- und Westeuropas — auch aus Deutschland — dort Studenten, die ein oder einige Semester in Jerusalem verbringen, ähnlich wie mancher aus der deutschen Vorkriegsgeneration ein paar Studiensemester in Genf oder Grenoble verbracht -hat. Auf die Wichtigkeit dieser Kategorie von Studenten vom allgemein-zionistischen. Standpunkt aus hinzuweisen, ist wohl überflüssig. Die befruchtende Anregung, die solche Studenten später und fürs ganze Leben von ihren Palästinaeindrücken her in ihre Umgebung tragen, liegt auf der Hand. Ein solcher selbst nur einsemestri- 69

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