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Der jüdische Student · 1933-02-01 · Heft 1 (Februar 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 1 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
[Seite] (sequence 59)
Language
German
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Das Amt -der Kommissare wurde somit überflüssig. Die Charge stellte ein Programm auf, das auf die Leipziger Verhältnisse Rücksicht nehmen mußte. Vor allem betrachtete sie die Verbindung als in einem erst werdenden Stadium begriffen. Aufbau und innere Konsolidierung waren das Ziel. Zuerst Ausgestaltung des Konnexes der Bundesbrüder, denn Außenarbeit konnte von diesen bis dahin undisziplinierten und völlig unvorbereiteten Konglomerat von Leuten nicht kollektiv gefordert und ausgeführt werden. Allerdings sind mehrere ältere Bbr. Bbr. an leitender Stelle in verschiedenen Jugendorganisationen tätig. Unsere Arbeit besteht bis heute aus Kursen, Referaten und inoffiziellen Zusammenkünften. I. Der Fuxenkurs behandelte für die 2. bis 4. semestrigen Fuxe ein gemeinsam interessiertes Thema: Orthodoxie und Liberalismus im deutschen Judentum. Referent und Korreferent halten je ein Kurzreferat von 10—15 Minuten, woran sich eine vom Fuxmajor geleitete Aussprache anschließt. Darnach singen wir hebräische Lieder, Niggiinim usw. usw. Die Füxe halten stark zusammen und ihre Beziehungen zu den Burschen sind durch florierende Leibverhältnisse, deren Zustandekommen für Leipzig ein N o v u m darstellt, in feste Bahnen gelenkt. 2 Bbr. Bbr. mußte die Charge entfernen lassen, weil sie durch keinerlei Druck zu Aktivität gezwungen werden konnten und deshalb nur hinderlich waren. II. Ein Geschichtskurs, 14 tägig stattfindend, geleitet von A.H. Werezberger, Lehrer an der hiesigen jüdischen Schule, behandelt in 3—4 Kurzreferaten und anschließendet Aussprache das jüdische Altertum» Als Lektüre dienen die Neuerschei* nungen von Auerbach, Kastein. Dieser Kurs erweckt allgemeines Interesse und die Diskussionen bewegen sich ziemlich lebhaft. Nach unserer Erfahrung spricht nichts gegen eine Abhaltung derartiger Geschichtskurse, III. Alternierend mit dem ebenerwähnten findet statt ein Rhetorischer Kurs unter Leitung eines in Zion. Ortsgruppe und jüd. Volkpartei sehr tätigen A.H. Dr. Fleiß. Die Stellung der A.H. A.H. zu einem solchen Kurs war verschieden. Die Charge war aber der Meinung, daß ein derartiger Kurs uns, die wir künftig zum großen Teil Propagandaarbeit zu leisten haben werden, die Form vermitteln kann, die man dabei beherrschen muß. Dieser Kurs gab nicht nur technisches Instrumentarium, sondern behandelte inhaltlich politische Tagesfragen im Sinne einer Presseschau. IV. Ein zweiter Verbindungsabend in der Woche behandelt nicht in einem Zyklus stehende Themen z. B. Soziale Gesetzgebung in Pentateuch, Palästina (nach Bonne und Zeitschrift „Palästina"), Kulturelle Eingliederung der Juden in den vorderen Orient. Juden in der Karikatur usw. Bisher veranstalteten wir diese Abende nur in bundesbrüderlichem Kreise. Im Februar gedenken wir uns aber an ein größeres, geladenes Forum zu wenden. V. Oneg-Schabbath. Diesen Gedanken konnten wir trotz bester Vorbereitung nicht realisieren, weil wir dazu keine passende Privatwohnung von Aktiven zur Verfügung gestellt 57

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