Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 30 (1933)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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Inmitten der sich häufenden Schwierigkeiten, bei Mißerfolgen und Enttäuschungen, war es mir eine große Freude, immer wieder zu empfinden, daß unter den jüngeren Bundesbrüder wirkliche Kampfgenossen aufVudisen. Die Zionistische Weltorganisation, das Erbe Herzls, ist unser kostbarstes Gut. Das Kartell muß begreifen, daß ihre Erhaltung und Stärkung, ihre Erfüllung mit neuem Leben, des ganzen Einsatzes zionistischer Generationen wert ist. Unser Nationalismus hat hier seine erziehende Kraft zu beweisen. Ernst Marcus. Tätigkeitsbericht der medizinischen Fachgruppe« Die Haupttätigkeit der Fachgruppe bestand in Vermittlungen von Vertretungen. Es gelang uns, in den Sommermonaten allen Bundesbrüdern, die sich zur Uebernahme einer Vertretung bereit erklärt hatten, eine solche zu beschaffen. Wir konnten sogar darüber hinaus noch einer Reihe von Gesinnungsgenossen, die sich an uns gewandt hatten, Stellen verschaffen. Wiederholt war es möglich, Bundesbrüdern in dringenden Fällen sofortige Vertretungen zu stellen, z. B. bei plötzlichen Erkrankungen oder Absagen bereits abgeschlossener Vertretungen. In zwei Fällen gelang es uns, Bundesbrüdern Dauerstellen zu verschaffen. Dagegen war es nicht möglich, eine bezahlte Assistentenstelle zu vermitteln, obwohl wir den Bundesbrüdern verschiedentlich freie Stellen nachweisen konnten. Zahlreich sind die Angebote für Niederlassungsmöglichkeiten und Praxisübernahmen, sowohl für praktische wie auch für Spezialärzte. Eine Vermittlung kam hier nicht zu stände, da nur sehr wenige Niederlassungsmöglichkeiten suchen und von diesen dann noch Klein- und Mittelstädte abgelehnt werden. Einem Bundesbruder, der seine Praxis tauschen wollte» konnten wir einen geeigneten Bewerber nachweisen. Die Verbindung mit den Bundesbrüdern im Reich läßt leider noch sehr zu wünschen übrig. Dem organisatorischen Ausbau der Fachschaft werden wir in dieser Beziehung in Zukunft größere Aufmerksamkeit schenken müssen. Die Arbeiten leiden vielfach darunter, daß wir auf Angebote und Anfragen trotz dringender Bitten häufig keine Antworten erhalten. Mit der medizinischen Fachgruppe des K.C. haben wir eine Zusammenarbeit versucht und stehen mit ihr noch in Verbindung. Irgendwelche Erfolge für uns hat diese Zusammenarbeit bisher nicht gebracht. In den Wintermonaten hat die Nachfrage nach Vertretern sehr nachgelassen. Der augenblickliche Stand ist folgender: Vertretungen gesucht, da einzige Existenzmöglichkeit 4 Bundesbrüder Angebot 1 Assistentenstellen gesucht 10 Bundesbrüder, davon 3 seit 1930 oder früher approb. Angebot 0 Niederlassungsmöglichkeiten gesucht 2 Bundesbrüder, davon 1 Zahnarzt Angebot (Allgemein- und Facharztpraxis) — 16 (in den letzten drei Monaten). Anläßlich der Anwesenheit von Bbr. Grünfelder hatten wir in Berlin eine allgemeine Zusammenkunft, an der auch eine Reihe zionistischer Aerzte teilnahmen. Bundesbruder Grünfelder 51