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Der jüdische Student · 1933-02-01 · Heft 1 (Februar 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 1 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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Ueberschrift „Volk über den Staaten" kommt Schiemann zu folgendem Ergebnis: „Die Aufgaben jeder Gemeinschaft müssen aus den Interessen abgeleitet werden, deren Gemeinsamkeit ihre Wesensart begründet» Der Staat ist eine Raumgemeinschaft, und seine Aufgaben müssen daher beschränkt bleiben auf die Wahrung der Interessen, die aus der Raumzugehörigkeit erwachsen. Es sind das Interessen der Sicherheit, der Ordnung und des Rechts, es können auch Interessen der Wirtschaft sein. Aber nicht Interessen einer geistigen Gemeinschaft, die sich an den Raum nicht binden läßt. Dadurch, daß die Pflege der nationalkulturellen Aufgaben dem Staat genommen und zur Volksgemeinschaft übertragen wird, wird der Staat als solcher entnationalisiert und jedem Staatsbürger ohne Unterschied der Nationalität die Hingabe an die Aufgaben des Staates ermöglicht. Die Volksgemeinschaft aber, die heute soviel im Munde geführt wird und doch keine reale Gestalt zu gewinnen vermochte, erhält durch die Uebertragung einer öffentlich-rechtlichen Aufgabe auch die nicht mehr anzweifelbare Lebensberechtigung." Nur wer sich zu dieser Schiemann'schen Forderung des anationalen Staates durchringt, ist auch in der Lage, in den deutschen Juden eine nationale Minderheit zu sehen. Wenn ich eingangs erwähnte, daß ich auf Widerspruch gerechnet hatte, so bedaure ich andererseits, daß sich nicht auch einige von den Bundesbrüdern zum Wort gemeldet haben, die meinen Ausführungen beipflichten. Ich halte die ganze Angelegenheit für zu wichtig, als daß sie mit einem Referat, Diskussion und Schlußwort im J.St. abgetan sein soll. Graetz endet sein Werk mit der Feststellung, daß die Emanzipation der Juden vollendet sei und knüpft daran die Frage, wann die Emanzipation des Judentums kommen wird. Eine Antwort hierauf hat, soweit die in Deutschland verbleibenden Juden in Frage kommen, auch der Zionismus bisher nicht gegeben. Ich kann sie auch beim besten Willen nicht aus den Ausführungen der Bundesbrüder, die mir erwidert haben, entnehmen, auch nicht aus den Darlegungen von Walter Pinner. Der von mir vorgeschlagene Weg ist vielleicht — bestimmte Zusicherungen kann in solchen Dingen niemand abgeben — geeignet» zu einer Beantwortung der von Graetz gestellten Frage zu führen. Jedenfalls liegt hier eine Aufgabe vor, die würdig und geeignet ist, gerade durch das KJV. gelöst zu werden. Deswegen richte ich zum Schluß an alle die Bundesbrüder, die auf meinem Standpunkt stehen, die Bitte, sich zwecks gemeinsamer Weiterarbeit mit mir in Verbindung zu setzen. Jüdische Politik in Deutschland? Von Herbert Foerder. Die zionistische Gesamtbewegung, die den deutschen Zionismus nicht immer gleichmäßig freundlich beurteilt, hat ihm vor allem ein Attribut zuerkannt. Es war von jeher Aufgabe des deutschen Zionismus, für gedankliche Klärung zu sorgen. Die Stellung des deutschen Zionismus beruht z. T. 41

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