Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 30 (1933)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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M. E, wäre es sehr leicht möglich, Linien einer engeren Zusammenarbeit zwischen der Hitachduth Olei Germaniah und unserem Berufsressort herzustellen bzw. einer aus dem K.J.V. hervorgehenden Institution, falls die enge Verbindung mit dem K.J.V. stören würde. Dem Berufsressort könnte sich hier ein wertvolles Arbeitsgebiet erschließen. Es könnte die Umwandlung in ein Wirtschaftsressort vornehmen, die ich persönlich für erwünscht halte, zumal da es im deutschen Zionismus etwas derartiges nicht gibt. V. Ich habe ferner die Frage des Studiums an der Universität Jerusalem geprüft und konnte folgende Feststellungen treffen: Ein Besuch der Universität kommt selbstverständlich nur insoweit in Frage, als sie bereits ausgebaut ist. Sie besitzt eine geisteswissenschaftliche und eine naturwissenschaftliche Fakultät sowie ein mathematisches Institut. Für Interessenten seien hier die Arbeitsgebiete kurzerhand aufgezählt: Talmud, hebräische Literatur des Mittelalters und der Neuzeit, Palästinakunde, jüdische Geschichte, jüdische Soziologie, jüdische Mystik, Bibel, Geschichte des Islam, arabische Geschichte und Archäologie, Philosophie, griechische Sprache und Literatur, griechische und römische Geschichte, mittelalterliche Literatur, internationales Friedensrecht, Mathematik von den Grundlagen bis zu höheren Theorien. Biologische Chemie, Botanik, Zoologie, Bakteriologie und Hygiene. Vorbereitungskurse in Griechisch, Deutsch, Syrisch, Arabisch und Talmud. Die Universitätsgebühren sind im Vergleich zu den in Deutschland üblichen Gebührensätzen niedrig. Sie betragen: Inskription £P 1 Jahres gebühr if 5 Jährliche Laboratoriumsgebühr für Studierende der Biologie 10 Bibliotheksbeitrag „ 0,500 Laboratoriumsbeitrag v i 1 Die Gebühren sind bei der Inskription zu zahlen. Ein Jahr Studium an der geisteswissenschaftlichen Fakultät kostet also 63^ £, an der Fakultät für Biologie 173^ £. Um einer Bestimmung der Regierung Rechnung zu tragen, muß eine Summe von 10 £ hinterlegt werden. Wichtig ist ferner auch noch die Frage der Lebenshaltungskosten. Nach Ermittlungen der Studentenorganisation an der Universität betrug im Jahr 1931 das Minimalbudget eines Studenten 4 £P pro Monat: Miete (ein halbes Zimmer) £P 0,500 Verpflegung „ 2,500 Sonstiges „ 1,000 Verdienstmöglichkeiten durch Nebenerwerb sind begrenzt vorhanden. Die Studentenorganisation unterhält einen Nachweis. Eine Berechnung ergibt, daß bei einem einjährigen Aufenthalt, selbst wenn man die Lebenshaltungskosten etwas höher annimmt, was sich m. E. empfehlen dürfte, die Reisekosten herausgewirtschaftet werden können, immer natürlich im Vergleich zu deutschen Verhältnissen. Ueber die Anrechnung des Studiums sind von Fall zu Fall Feststellungen zu treffen. 30