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Der jüdische Student · 1933-02-01 · Heft 1 (Februar 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 1 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Wir erwarten, daß durch eine im Sinne dieser Richtlinien geleistete Arbeit das Kartell wieder Zionisten wird erziehen können, die, ihrer spezifischen Aufgabe bewußt, einen Typ des K.J.V.ers darstellen werden, der das Wort Bundesbruder wieder zu seiner echten Bedeutung bringen wird. Paul Hirsch. Franz Brüll. Zur Begründung des Programms. (Franz Brüll, Hasmonaea-Berlin) Ebenso, wie es vor drei Jahren auf dem Kartelltag in Dresden richtig war, die Wahl eines scheinbar auf ein Programm festgelegtes Präsidium zu verhindern, weil sich hinter den Programmen persönliche Gegensätze verbargen, ebenso notwendig erscheint es mir heute, daß ein Präsidium gewählt wird, das sich über die wichtigsten grundsätzlichen Fragen des Zionismus und des Kartells einig ist. Auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre kann man feststellen, daß zwar im Kartell gute sachliche Arbeit geleistet wurde, daß es aber an klarer und zielbewußter Führung gefehlt hat. Die Folge davon ist, daß im Kartell jede Einheitlichkeit fehlt, daß die Frage nach dem zionistisch noch erlaubten, ja, noch viel mehr, nach dem Wesen des Zionismus überhaupt unbeantwortet bleibt. Auch die Grundlagen unserer Arbeit im Kartell werden nicht mehr erkannt und demzufolge geht die Arbeit in den verschiedenen Organisationen nach ganz verschiedenen Richtungen und Gesichtspunkten vor sich. Demgegenüber /erwarte ich von einem Präsidium, das in den wichtigsten Fragen einheitlicher Auffassung ist, eine Führung des Kartells, die ihm wieder ein bestimmtes Gepräge geben wird und durch die es als Ganzes einen bestimmten Platz innerhalb der zionistischen Bewegung erhält. Dies ist sehr wohl möglich, ohne daß das Kartell als solches und auch sein Präsidium in irgend einer Weise zu den innerzionistischen Streitfragen Stellung nimmt. Ich glaube nicht, daß sie das Wesen des Zionismus treffen. Hiervon gibt es nur eine einzige Ausnahme. Dies ist die Frage nach der Anerkennung der zionistischen Organisation selbst. Hier allerdings hat das Kartell die Pflicht, zionistisch zu bleiben, d. h. dem Herzlichen Gedanken, daß die zionistische Organisation der Judenstaat unterwegs ist, treu zu bleiben. Man kann aus dem Staate nicht austreten, ebenso wenig kann man die zionistische Organisation verlassen. Das Präsidium soll also das Kartell nach bestimmten, vom Kartelltag gebilligten Grundsätzen führen. Die Wahl des Präsidiums soll nicht mehr, wie bisher, in der Weise erfolgen, daß ungefähr zehn Bundesbrüder, die sich für die Arbeit zur Verfügung stellen und vom K.T. für gut befunden werden, nun auch gewählt werden, sondern es soll ein bestimmter Kreis von Bundesbrüdern, die bereit sind, im Sinne ihres Programmes das Kartell zu leiten, auf Grund ihrer Vorstellungen und ihrer menschlichen Eignung gewählt werden. Schon dadurch wird angebahnt, was grundsätzlich dieses Präsidium wünscht. Der K.T. wird durch die Verbindung von Programm und Präsidialwahl gezwungen, zu den Fragen Stellung zu nehmen und sich zu entscheiden, welchen Weg das Kartell gehen soll. Ich mochte das Programm von vornherein gegen einen Einwand verteidigen; gegen den bekannten Einwand, das ist ja alles nichts Neues. Dies 14

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