Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 30 (1933)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericfit der Kcren^Hajessod^Kommission. •Die vom Kartelltag eingesetzte Kommission zur Nachprüfung der Keren- Hajessod Leistungen der KJVer hat ihre Arbeit unter sehr ungünstigen Bedingungen begonnen. Es war die Zeit, in der sich die wirtschaftliche Krise gerade auch unter den Akademikern auszuwirken begann. Das uns vom Keren-Hajessod-Büro auf unser Verlangen vorgelegte Material über die bisherigen Leistungen der KJVer erweckte in uns die Ueberzeugung, daß weite Kreise der Alten Herren des KJV in den vergangenen Jahren ihre Pflicht dem K.H. gegenüber nicht erfüllt haben. Wir mußten zu unserer Beschämung feststellen, daß es zahlreiche alte Herren gibt, die jahrelang keine Beiträge geleistet haben, und daß es noch zahlreichere Alte Herren gibt, die jahrelang Beiträge geleistet haben, die in keinem Verhältnis zu dem mutmaßlichen Einkommen und jedenfalls zu der Lebenshaltung dieser KJVer stehen. Es ist eine undankbare Aufgabe, an alte KJVer und geschulte Zionisten heranzutreten, sie auf die Bedeutung des Keren-Hajessod für unser Aufbauwerk hinzuweisen und von ihnen entsprechende Beiträge für den Keren-Hajessod zu verlangen. Wir haben bei dieser Arbeit nicht immer Verständnis bei den Bundesbrüdern gefunden, an die wir uns wenden mußten. Man empfand unsere Zuschriften mitunter als ein Eingreifen in private Verhältnisse, und wir sehen uns daher genötigt, hier festzustellen, daß es im Wesen des Kartells als einer im Zionismus geeinten bundesbrüderlichen Gemeinschaft liegt, daß die Organe des Kartells berechtigt sind, über die zionistische Pflichterfüllung der Bbr, zu wachen, und daß jeder Angehörige des Kartells jederzeit bereit sein muß, sich eine solche Kontrolle seiner zionistischen Pflichterfüllung gefallen zu lassen. Die Kommission erkennt dankbar an, daß sie vom Präsidium in dieser Auffassung stets unterstützt worden ist. Wie bereits erwähnt, waren wir genötigt, unsere Arbeit in einer wirtschaftlich ungünstigen Zeit durchzuführen, und wir haben uns in einer Reihe von Fällen überzeugen können, daß die wirtschaftliche Situation der Bbr« insbesondere in den kleinen und mittleren Städten sich in der letzten Zeit außerordentlich verschlechtert hat, und daß hierdurch die Leistungsfähigkeit der Bbr. dem KH gegenüber erheblich verschlechtert worden ist. Trotzdem sind wir der Ansicht, daß es dem Durchschnitt der jüdischen Akademiker heute immer noch besser geht, als dem Durchschnitt der jüdischen Kaufleute und insbesondere der kaufmännischen Angestellten, und es muß daher in dieser Zeit der wirtschaftlichen Krise und des Rückganges der Keren- Hajessod-Leistungen fast in der ganzen Welt eine vornehme Aufgabe der im KJV zusammengeschlossenen Akademiker sein, soweit es irgendwie mit der wirtschaftlichen Lage des Einzelnen zu vereinbaren ist, anständige Beiträge für den Keren-Hajessod zu leisten und dadurch die Fortführung des zionistischen Kolonisationswerkes zu ermöglichen. Wir hoffen, daß es uns oder der vom Kartelltag neu zu bildenden Kommission gelingen wird, diese Auffassung auch in den Kreisen der Alten Herren durchzusetzen, die heute noch die Anforderungen des Keren-Hajessod als eine von außen an sie herantretende Forderung, um nicht zu sagen „Belästigung" empfinden. Die Kommission hat in dem Berichtsjahre die KH Angelegenheiten von 224 Bbr. bearbeitet und mit diesen korrespondiert. In 57 Fällen ist es uns 10