Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 30 (1933)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Parallel gingen die Bestrebungen für den Schutz der jüdischen Studenten an den deutschen Universitäten. Die vom Präsidium für die Berliner Verbindungen eingerichteten Jiu-Jitsu-Kurse hatten einen guten Erfolg. Die anderen Bemühungen, die auf Abwehr antisemitischer Ueberfälle gerichtet waren und die zu gewissen Vereinbarungen mit der „Akademischen Legion* bzw. der „Eisernen Front" geführt haben, können hier nur erwähnt werden, ebenso wie die Verhandlungen mit der sozialistischen Studenten-Gruppe und dem K.C. Während wir uns im Breslauer Hochschulstreit eine gewisse Zurückhaltung auferlegen mußten, haben wir angesichts des Uebergriffs des Kölner Rektors gegenüber den jüdischen Studenten aus Amerika einige von schnellem Erfolg begleitete Maßnahmen getroffen. Hier machte sich auch die von uns immer geforderte Zusammenarbeit mit den anderen jüdischen studentischen Gruppen in erfreulicher Weise bemerkbar. Im Laufe des Kartelljahrs trat das K.J.V. korporativ dem „Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände" bei, um den Zusammenhang mit den jüdischen Jugendgruppen zu verstärken. Die Arbeit hier war im wesentlichen bestimmt durch die Projekte der früheren Reichsregierung, die auf Einrichtung eines akademischen Werkjahres und des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung abzielten. Die Entwicklung dieser Angelegenheiten, in der wir mit dem deutschen Makkabi-Kreis freundschaftlich zusammenarbeiten und die uns gelegentlich zu dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in einen gewissen Gegensatz brachten, läßt sich im Augenblick nicht absehen. Abschließend soll unsere Mitarbeit bei den Arbeiten des Studenten- Rabbinats und in der Studentenhilfe sowohl der Berliner Gemeinde wie der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden erwähnt werden, durch die es auch in diesem Jahre gelang, einer Reihe von Bundesbrüdern Stipendien zu verschaffen. Infolge der Aufgaben dieses Ressorts einerseits und der Schwere der Zeit andererseits muß der Bericht sich hier auf diese Bemerkungen beschränken, die gegebenenfalls auf dem Kartelltag eine Ergänzung erfahren werden. Die Zusammenstellung dieser Ressortberichte (weitere Berichte auch der Verbindungen s. unter Bemerkungen) zeigt auf vielen Gebieten angefangene Arbeiten:, die im nächsten Jahre weitergeführt werden müssen. Erfolg können sie nur versprechen, wenn es gelingt, in intensiver Arbeit von Kartell und Präsidium des Grundproblems unserer Erziehung Herr zu werden, aus dem Kartell einen schlagkräftigen, seiner Verantwortung für die Gesamtbewegung bewußten Bund zu machen. Das Präsidium. Bundesbrüder inseriert im J. St.!