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Der jüdische Student · 1933-02-01 · Heft 1 (Februar 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 1 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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merkungen abgedruckt ist. Auch nach außen hin wurden neue Verbindungen angeknüpft und ausgebaut. So konnte in der ersten Hälfte des vorigen Jahres ein Abkommen, eine Zusammenarbeit auf dem Arbeitsgebiete des Berufsressorts mit dem K.C. getroffen werden, das jedoch in der Praxis keine besondere Auswirkung hatte. Dagegen hat sich die Zusammenarbeit mit dem jüdischen Arbeitsnachweis als sehr förderlich erwiesen. Klage muß darüber geführt werden, daß bei unseren Bundesbrüdern oftmals das Verständnis und die Hilfsbereitschaft fehlen, so daß in vielen Fällen nicht in dem wünschenswerten Ausmaß geholfen werden konnte wie es möglich gewesen wäre, wenn die entweder in einflußreichen Positionen stehenden Bundesbrüder oder solche, die über die erforderlichen Beziehungen verfügen, uns ihre Mitarbeit bereitwilliger zur Verfügung gestellt hätten. Aber auch hier sind ernsthafte Anzeichen einer Besserung festzustellen, so daß man hoffen darf, daß sich die Arbeit des Berufsressorts in Zukunft reibungsloser abwickeln wird. Die Hilfe des Berufsressorts wurde in außerordentlich vielen Fällen in Anspruch genommen. Erfreulicherweise war es möglich, einer Anzahl von Bundesbrüdern, leider jedoch nicht allen, eine Tätigkeit nachzuweisen. Die Arbeit des Ausland- und Hochschul- Ressorts wurde Im verflossenen Kartelljahr durch die sich verschärfende Situation der jüdischen Studenten des Auslandes ebenso in Anspruch genommen, wie durch die veränderten Verhältnissen im Inland. Den Bedürfnissen des Zusammenwirkens mit internationalen jüdischen wie nicht-jüdischen Faktoren wurde durch die Beteiligung an der B r ü n n e r Konferenz der „International student service" und der Genfer Weltkonferenz Rechnung getragen. Bei der Jerusalemer Tagung jüdischer Studenten, die den Eintritt des National-Verbandes der Studenten Palästinas in die „Confederation internationale des etudiants" vorbereitete, ließen wir uns durch einen in Palästina weilenden Bundesbruder vertreten. Eine von der englisch-jüdischen Studenten-Organisation nach Eastburn einberufene Sitzung konnten wir nicht beschicken. Es machte sich hier eine bedauerliche Zersplitterung der verschiedenen Kräfte bemerkbar, wenngleich nicht verkannt werden soll, daß der Wunsch im Interesse der bedrängten jüdischen Studentenschaft zu geeigneten Aktionen zu kommen, berechtigt genug ist. Um dieser Zersplitterung entgegen zu wirken, hat das Präsidium mit allen Kräften versucht, die Autorität des „Weltverbands jüdischer Studenten*' zu stärken, dem dadurch, daß er einen Teil des Völkerbunds-Instituts für geistige Zusammenarbeit bildet, erhöhte Bedeutung zukommt. So wurde auch in Brünn und Genf eine enge Gemeinschaft zwischen unserem Kartell und dem Weltverband herbeigeführt. Daneben gingen unsere Bemühungen um einen engeren direkten Kontakt mit den verschiedenen zionistischen und jüdischen Studentengruppen des Auslands. Wegen des Freundschaftsabkommens mit dem „AI Hamischmar" in Kowno, der schon bisher zu unseren Verbindungen in Königsberg und Riga enge Beziehungen unterhielt, liegt dem Kartell-Tag ein Antrag des Präsidiums vor. Einige andere Gruppen in der Schweiz, Tschechoslowakei und Oesterreich traten wegen des Abschlusses ähnlicher Verträge mit uns in Verhandlung. Darüber hinaus unterhält das Präsidium eine regelmäßige Korrespondenz mit bestimmten Gruppen in England, Ungarn, Holland, Polen, Finnlad, Estland, Amerika und vor allem Palästina. 8

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