Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 30 (1933)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537840-3537841--8575-3546639- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Erziehungsressort kann über eine im Rahmen eines großen Gesamterziehungsplanes geleistete Arbeit nicht berichten. Es war hier nicht möglich, Dinge, die bei uns schon oft und genügend systematisch dargestellt und gelehrt sind, in neuer Beleuchtung zu zeigen und zur Diskussion zu stellen. Die Tätigkeit des Erziehungsressorts beschränkte sich darauf, eine bestimmte Haltung unbedingten Zionismus stets von neuem zu betonen und an Beispielen und Aufgabengebieten aufzuzeigen. Insbesondere wurde in Zusammenarbeit mit den anderen Ressorts im Präsidium auf die auch vom erzieherischen Standpunkt unbedingt notwendige Einordnung unserer Verbindungsarbeit in die gesamte zionistische Arbeit hingewiesen und als das eigentliche Aufgabengebiet des K.J.V. die Jugendarbeit, in Berlin insbesondere die Schülerbundsarbeit, bezeichnet. In diesem Zusammenhang wurden die Widerstände gegen die „Außenarbeit" bekämpft. Diese Ideen haben sich überwiegend, wenn auch oft bisher nur theoretisch, im Kartell durchgesetzt. Daneben wurde dem inneren Leben der Verbindungen laufend Rat und Unterstützung zuteil. Es wurden Anregungen gegeben für die Veranstaltung von Kursen und Einzelvorträgen, auf neue Literatur hingewiesen und die Probleme der einzelnen Verbindungen erörtert. Im einzelnen war naturgemäß der Kontakt mit den Verbindungen nicht einheitlich. Die hebräische Arbeit hat im Kartell Fortschritte gemacht. Hierzu trägt ein Abkommen bei, welches wir mit dem Hagescher, der hebräischen Zwei-Wochen-Schrift, getroffen haben und welches dem größten Teil unserer Aktiven kostenlos den Bezug und das Studium dieser Zeitschrift sichert, dem Kartell zugleich eine Tribüne in hebräischer Sprache bietet. Der J.St. hat versucht, im vergangenen Jahr vor allem mit der Methode zu brechen, daß er stets nur von einem kleinen Kreis von Verfassern, der sich im wesentlichen gleich blieb, Artikel brachte. Wir haben es als unsere Aufgabe angesehen, zunächst einmal dafür zu sorgen, daß der J.St. ein Abbild der Stimmung des Kartells wird, und daß in ihm jeder seine Meinung zu den Fragen, die Aktivitas und Altherrenschaft bewegen, äußert. Wir glauben, daß dieser Versuch im wesentlichen gelungen ist, vor allem was die Aktivitas angeht. Wir haben sowohl über Fragen der inneren Erziehung (siehe das Heft, das zur Vorbereitung des Camps gedacht war) als auch über Fragen der Außenarbeit (siehe die Auseinandersetzung mit der ZiSt., die Beiträge der Frankfurter Verbindung und das Heft zum Delegiertentag) und schließlich auch über die Fragen unserer Einstellung zur deutschen Umwelt Diskussionen geführt. Ganz abgesehen davon, ob jeder einzelne Artikel hohes Niveau zeigte und allen Anforderungen entsprach, hat es sich herausgestellt, daß es gelingt, durch eine solche Auswahl der Themen wirklich einen weiten Kreis von Bundesbrüdern zur Mitarbeit am J.St. zu veranlassen und durch solche Erörterungen unsere Zeitschrift lebendig zu gestalten. Nicht in solchem Umfang ist dies bei der Altherrenschaft gelungen. Aber auch hier sind einige grundsätzliche Erörterungen (Minderheitenrecht für die deutschen Juden?) geführt worden. Wir glauben, daß die Entwicklung, die der J.St. im letzten Jahr genommen hat, weiter geführt werden soll, wenn selbstverständlich auch viele Einzelheiten noch stark verbessert werden müssen. Das Altherrenressort sollte ursprünglich von den Bbr. Bbr. Tumbowsky und Lipschitz gemeinsam verwaltet werden, und zwar sollte Bbr. Tumbowsky 4