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Der jüdische Student · 1932-12-01 · Heft 11 (Dezember 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 11 (Dezember 1932)
Date
1932-12-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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eins waren. Deshalb haßte er nichts so sehr wie Phrasen um Jüdiches/-deshalb schätzte er die vielen Reden und Referate gering, die seinen Zionismus bestenfalls hätten in die Breite, nicht aber in die Tiefe verstärken können. Siegfried Levy studierte in Bonn, Würzburg, Berlin und Frankfurt Medizin, Mit einer geradezu persönlichkeitsbedingten Neigung wandte sich der guiherzige, freundliche, aber auch energische junge Arzt -der Kinderheilkunde zu, für die er über diese Qualitäten hinaus eine auffallend hohe wissenschaftliche Begabung mitbrachte. Eine Reihe hervorragender wissenschaftlicher Arbeiten brachte er in seinen Assistentenjahren heraus, die weit über den Wert der vielen Arbeiten hinausgehen, die nur geschrieben werden, weil sich das nun einmal so für Assistenten großer Kliniken gehört. Es war echter Forscherdrang, der ihn trieb, echte jüdische Kindesliebe, als er mir voll Stolz den dicken Band zeigte, zu dem er seine Arbeiten hatte vereinigen lassen, mn sie seinem Vater zum 60. Geburtstag zu überreichen. Kein Wunder, daß er schon kurze Zeit nach seiner Niederlassung eine Praxis hatte, wie sie vielen auch nach langen Jahren nicht vergönnt ist, daß seine kleinen- Patienten und deren Eltern ihn liebten und verehrten, obwohl er alles verschmähte, was auf Eindruck und Effekthascherei abzielte, sondern schlicht und sachlich seine Pflicht erfüllte vom frühen Morgen bis zum späten Abendt so wie es ein Arzt tun soll. Seit dem Frühjahr hatte er öfter leichte Schmerzen in der Blinddarmgegend. Nichts drängte zur Operation als er selbstj für den der Gedanke unerträglich war, etwa durch Rücksicht auf die eigene Gesundheit in seiner Arbeit gehemmt zu sein. Nur zögernd gab der Bundesbruder, der ihn ärzlich beriet und mit dem ihn engere freundschaftliche Bande verknüpften, seinem Wunsch nach, ihn zu operieren. Und wenige .Tage nach der wohlgelungenen Operation setzte eine Lungenembolie, die niemand verschuldet und niemand verhüten kann, dem Leben unseres lieben Siegfried Levy ein Ende. Uns aber, die er verließ, bleibt nichts als die Ehrfurcht vor dem unbegreiflichen, das wir nicht meistern können. Aber es bleibt uns noch ein anderes: die Mahnung, unser Leben zu füllen mit Arbeit und mit Treue an die Aufgaben, die wir uns gestellt haben, weil wir nicht wissen, welche Spanne uns für ihre Erfüllung gegeben ist. Jul. Kalitzki-Hamburg. Bin Beitrag zur Innenarbeit' Von Walter Tempel, Ruder-V. JSL, Berlin. Der nachfolgende Aufsatz ist als eine Anregung zu einer Diskussion gedacht. Er soll vor allem als Grundlage zu einem Austausch von praktischen Erfahrungen dienen, die dem Verfasser leider fehlen. Man wird vielleicht das Folgende als ein Einrennen von offenen Türen ansehen, denn die Erkenntnis dessen, was gesagt werden soll, ist in unserm Kreise schon sicher vorhanden. Aber es kommt hier nicht nur auf die Erkenntnis aaf sondern vor allem darauf, aus dieser Erkenntnis die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Es kommt immer wieder vor, daß Bundesbrüder, vor allem A.H.AÄ durch eine einfache Mitteilung an das Präsidium aus dem Kartell ausscheiden 312

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