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Der jüdische Student · 1932-12-01 · Heft 11 (Dezember 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 11 (Dezember 1932)
Date
1932-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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großen Aufgdie «der Verwirklichung des Zionismus ankommt. Wir müsse»'' unser Leben auf «dieses eine Ziel konzentrieren. Alles, was wir sonst tum« darf nur im Hhblick auf Palästina gemacht werden. Von diesem Standpunkt kam Brüll zur Verneinung der auf den Ausbau der Galutharbeit gerichtetem Politik, sowie zu einer Ablehnung-unserer Beteiligung am politischen Lebsm unserer Umwelt Er forderte Konzentration unserer gesamten jüdischen Arbeit in der zionistischen Organisation und den Willen zur personlichen Palästinatverwirklichung. Das Referat von Franz Brüll, das mehr noch als durch seinen sachlichem Inhalt durch üb Eindringlichkeit und ,den Emst wirkte, mit welchem es vorgetragen wurbk, loste eine lebhafte Debatte aus, die bis spät in den Aberaä dauerte. Brüll fand im wesentlichen Zustimmung zu seiner Forderung, dsl§ der Zionismus den vollen, täglichen Einsatz unserer Menschen verlängern müsse. Verehzelt wurde jedoch betont, daß diese zionistische Haltung vom dem Durchschritt der Bundesbrüder nicht nachgelebt werden könne. Aia Grundlagen uid Konsequenzen des Brüllschen Standpunkts, insbesondere hinsichtlich siaher Bewertung der Galutharbeit, wurde Kritik geübt Von dem auswärtigen laindesbrüdern wurde namentlich betont, daß es zur Zeit im Kartell an eirarr wirklichen Erfassung und Durchbildung unserer Bundesbrüdesr fehle. Mit Rünisicht darauf wurde von einigen Intensivierung der Erziehungsarbeit und ABiehr von der Parole der Außenarbeit gefordert. Demgegenüber betonten aber andere Bundesbrüder, daß eine echte zionistische Erziehung* stets nur HanHih Hand mit zionistisch-praktischer Betätigung geleistet werdeni könne. Am Freitag Abend fand ein Neschef statt, der leider an der infolge Utkgünstiger Raunyerhältnisse vorliegenden Ueberfüllung litt. Hebräische und jiddische DarHetungen wurden von einem hebräischen Chor umrahmt. Für spätere derarfge Veranstaltungen würde es sich empfehlen, wenn den Teilnehmern selbst mehr Gelegenheit zum Singen gegeben würde. Am Sonmöend Vormittag hielt Fritz Saalberg sein Referat über „die zionistische Aüeit der Aktivitas". Während Franz Brüll eine Neuorientierung unserer menschlichen Haltung forderte, verlangte er eine Erneuerung unserer sachlichen Arbeit. Er beklagte das Fehlen der Kontinuität in unserer Arbeit« «die mangelnde Voraussicht bei der Uebernahme von Aufgaben und schlug die Beschränking auf wenige, wesentliche Zielsetzungen vor. Saalberg kritisierte ferner insere mangelnde Verwurzelung in der jüdischen Kultur und. verlangte von den Bundesbrüdern das Kennenlernen jüdischen Kulturguts* Auch hemmt die Unjugendlichkeit vieler unserer Menschen unsere Arbeit. Zu allen Punkten seiner Kritik machte Saalberg praktische Vorschläge für eine Abhilfe. Er forderte eine bessere Ausgestaltung der Ferienarbeit der Verbindungen und einen großzügigen Plan für zionistische Außenarbeit. Auenbetonte er die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit den anderen zionistischen Jugendbihden. In der Dehxtte über das Referat von Saalberg wurden seine Vorschlägedurch die Erfahrungen einzelner Bundesbrüder ergänzt. Besonders gefordert wurde die Ausgestaltung unserer jüdischen Lebensformen. Am Sonnähsnd Nachmittag hatten die Ressortleiter des Präsidiums £ha~ zelbesprechurigei, in denen wesentliche Erfahrungen und Anregungen ausgetauscht wurrbn. 300

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