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Der jüdische Student · 1932-12-01 · Heft 11 (Dezember 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 11 (Dezember 1932)
Date
1932-12-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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über praktische Möglichkeiten der Uebersiedlung nach oder der Verknüpfung mit Palästina zu hören; statt dessen beschäftigte sich das Referat mit Fragen der Einordnung des bereits übergesiedelten KJVers in den Jischuw, .an sich sehr interessante, für die Besucher des Altherrsntages «aber nicht so aktuelle Fragen. Dies war die Ursache dafür, daß -die Debatte über dieses Referat sich nicht eigentlich an seinen Inhalt anschloß, sondern zwar dankenswerte Einzelanregungen brachte, im übrigen aber zerflatterte und daher auch nicht das wünschenswert gewesene Interesse der Zuhörer fand. Die Folge war, daß zum Schluß des Altherrentages die zu Beginn stattliche Zuhörerschaft arg zusammengeschmolzen war. Dies wiederum war mit ein Grund dafür, daß die auswärtigen Bundesbrüder sich am Schluß der Tagung etwas vereinsamt und vernachlässigt fühlten. Sie können sich vielleicht mit Recht darüber beklagen, daß die Berliner Busdesbrüder sich nicht so um sie gekümmert haben, wie sie es als Gastgeber hätten tun sollen. Aber auch hier mögen die schwierigen Berliner Verhältnisse als Entschuldigung dienen. Die Aktiventagung vom 2. und 3. Dezember Bei der Aktiventagung, die dieses Jahr an Stelle des ausgefallenen Camps als Auftakt zum Altherrentag stattfand, waren bis auf Freiburg alle Verbindungen vertreten. Der Erfolg der Tagung hat ihre Einberufung gerechtfertigt. War es hier doch einmal möglich, in eingehender Aussprache die Grundfragen unserer heutigen zionistischen Haltung zu klären und die Probleme unserer praktischen zionistischen Arbeit durchzusprechen. Anders als bei Kartelltagen war hier die Möglichkeit gegeben, im nahen persönlichen Konnex mit den Bundesbrüdern, die heute in der Verbindungsarbeit leisten, die Fragen ihres Lebens und ihrer Arbeit zu diskutieren. Die Tagung diente aber auch vor allem der Zusammenarbeit der auswärtigen Verbindungen mit dem Präsidium. Die Bundesbrüder aus dem Reich beschwerten sich teilweise über das Fehlen des Konnexes des Präsidiums mit den Verbindungen außerhalb Berlins. Es ist zu hoffen, daß die Tagung den auswärtigen Bundesbrüdern neue Anregungen und Impulse für ihre zionistische Arbeit gegeben hat. Zu rügen ist von uns dieses Mal wieder ganz entschieden das Verhalten der Berliner Bundesbrüder, die zum erheblichen Teil auf der Tagung durch Abwesenheit glänzten. Dies macht es für alle Zukunft unmöglich, eine derartige Veranstaltung in Berlin abzuhalten. Die Tagung wurde am Freitag Nachmittag von Bbr. Gerling vom Präsidium unter Hinweis auf die Gründe ihrer Einberufung eröfmet. Franz Brüll, Berlin, hielt alsdann sein Referat über: „Unsere zionistische Haltung'*. Brüll kam es darauf an, in seinem Referat zu zeigen, daß der Zionismus die einzige legitime Fortsetzung unserer großen jüdischen Tradition sei und daß diese Tradition unseres Volkes uns eine große moralische Verpflichtung auferlege. Grundlage unseres zionistischen Verhaltens muß die Einsicht sein» daß es uns unmöglich ist, in der Galuth als Juden weiterzuleben. Aus dieser Einsicht muß die zionistische Tat erwachsen und zwar die tägliche Arbeit in dem Bewußtsein, daß es auf uns, auf unsere tägliche Treue gegenüber unserer 299

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