Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 10 (November 1932)
- Date
- 1932-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Zionistischen Organisation, Die Tschechoslowakische Zion. Organisation hat es 2. T. verstanden: sie beherrscht das Feld derbewußt-jüdischen Tätigkeit im Lande, und zugleich gelten die tschechischen Chalnzim als di« besten Pioniere in Palästina, Schlußwort von Paul Jacobi: Redner ge&t noch einmal auf einige hervorragende Fragen ein. Die zionistischen Quellen seien nicht dieselben geblieben, andere Quellen hätten sich neu aufgetart. In der heutigen Zeit trete der Kampf gegen die bewußte Assimilation in den Hintergrund. Was die Frage der Entscheidung zur Zentrumspartei anbetrifft, so gibt es hier keine Möglichkeit der Opportunität. Im übrigen sei eine Abgrenzung zur deutschen Politik unmöglich, weil uns eine klare DistanziertiBg fehlt. Gäbe es sie, so wäre der Zionismus unnötig. Wirkliche Selbsthilfe ist nur der Zionismus. Dieser Zionismus birgt auch die einzigen idealistischen Kräfte, die stark genug sind, um den anormalen Prozeß der Berufsums tellusg zu bewerkstelligen. Das Wort „Kadima", das früher nach „Osten", jetzt „vorwärts" heißt, charakterisiert das Schicksal unseres Volkes. Es gibt kein Vorwärts ohne Palästina, und jede Arbeit in Konzentriertmg um Palästina ist ein Schritt vorwärts. c> Referat Konrad Jacoby: »Zionistische Erziehung im KJV.« Jacoby schickt voraus, daß er das Thema seines Referates Vor allem für diejenigen Verbindungen ausgewählt habe, welche dem internen Kartelleben bisher ferner gestanden hätten; er würde daher den Bundesbrüdern aus Königsberg und aus dem Reich wenig Neues bringen, noffe aber dafür, einmal in eine furchtbare Diskussion mit deD östlichen Bundesbrüdern aus Riga und Danzig zu kommen. Er teilt sein Referat ein in „Erziehung zum Zionismus" und „Erziehung im Zionismus" und verspricht, nachher noch auf einige Fragen einzugehen, welche z. Zt. im Mittelpunkt der Diskussion im KJV. stehen. Jacoby meint, daß die zionistische Erziehung im Osten und im Westen sich zwar in vielem durchaus wesentlich unterscheide, daß sie aber in ihren Grundelementen überall in der Welt gleich sei. Er will im wesentlichen nur über unsere westjüdische Erziehung im KJV. sprechen; die Erziehungsarbeit der Verbindungen in Riga und Danzig sei ja auch im wesentlichen westlich gerichtet. Jacoby beginnt mit einer Schilderung der verschiedenen typischen Einstellungen, mit welchen sich der Zionismus auseinandersetzen muß; das Eingehen auf diese den verschiedenen Menschentypen angepaßte Weltanschauung ist die Voraussetzung für jede Erziehungsarbeit zum Zionismus. Er erwähnt darunter vor allem die noch immer starke assimilatorische Richtung im Judentum, welche in immer neuen Formen, heute vor allem in der Form des Sozialismus und des Kommunismus, auftritt. Schwierig ist auch die Gewinnung de"J individualistisch unpolitischen Types, für welchen eise Judenfrage überhaupt nicht existiert. Heute erwächst uns auch wieder eine neue Gegnerschaft *n Gruppen, welche eine Art von Galuthnationalismus kultivieren. Ihr Blick ist jedoch im wesentlichen rückwärts auf Erfassung der traditionellen Kultur gerichtet. Die Bewegung enthält wenig Zukunftsausslchten, weil ihr WiHe und Kraft zu einer wahren Umgestaltung des jüdischen Lebens fehlt, DocU 282