Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 10 (November 1932)
- Date
- 1932-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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auch denkt, immer mehr oder weniger tragisch. Und dort als lebendiger Kontrast das wachsende Palästina. Referent gibt einen Ueberblick über die Situation in Palästina und bebt besonders die Entwickelungsmöglichkeiten, deren erfreuliche Symptome er in der Landwirtschaft, Orangenbau und Industrie darstellt, hervor. Angesichts dieses wachsenden Palästina, fährt Jacobi fort, nimmt es umso mehr Wunder, daß der Einwanderungsstrom so schwach ist. Die Judenfrage ist doch so grausam klar gestellt. Welches ist das Zwischenglied, welches ist die Kraft, die diese Mächte Galuth und Palästina zusammenbringt? Es sollte sein: Die Zionistische Organisation. Von der AC-Sitzung sagt man, sie sei eine matte Tagung gewesen* Es wurde berichtet von einer großartigen Situation für den Zionismus in der ganzen Welt. Selbst in Amerika beginnt es zu gähren. Nicht aber konnte von Leistungen berichtet werden. Eine bleierne Stille lagert noch überall. Wann bricht der Sturm los? Man wartet auf uns. Es ist unsere Aufgabe, die zionistische Bewegung zu erneuern. Wir haben durch eine großartige Propaganda das jüdische Volk in Unruhe zu versetzen, die Gasse in Rotation zu versetzen, Der Kern bildet sich schon von selbst. Diese Propagandaarbeit ist die Kollektivaufgabe des KJV, Wir müssen in alle Städte und Dörfer gehen und diesen Juden einhämmern: Es gibt nur eine Lösung: Zionismus. Das deutsche Judentum ist ausgedorrt. So mag es umso besser brennen. Der Zionismus, war er bisher ein Mitglied der jüdischen Gasse, so muß er ihr Imperator werden. Auf " sm dunklen Weg, den seit 2 000 Jahren das Jüdische Volk in dem Bewußtsein, die Freiheit zu erlangen, geht, werden von Zeit zu Zeit Fackeln angezündet. Die Geschlechter reichen sie einander. Eine Fackel ist die zionistische Idee. Wir wollen sie hoch halten und vorwärts tragen. Diskussion: Pulik (Berlin) kritisiert, daß der Referent nicht alle Probleme erfaßt habe. Es gehe heute nicht so sehr um die geistige Auseinandersetzung, sondern es käme darauf an, die materielle Existenz sicherzustellen. Es wäre heute wichtig, nach Möglichkeiten zu suchen, um wirksam den wirtschaftlichen Boykott zu bekämpfen. Selbsthilfeorganisationen seien zu schaffen, Organisationen der sozialen Solidarität. Lifschin (Riga): Die Selbsthilfeorganisatinoen sind eine völlig verfehlte und unzweckmäßige Angelegenheit. In Lettland hat sich ein solcher Kampf gegen den Boykott als nicht durchführbar erwiesen. Die materielle Judennoi m der Galuth ist geradezu notwendig zürn Aufbau, und man darf nichts tun, um sie eben hier in der Galuth zu verringern. Das einzige Mittel ist die Uebersiedlung nach Palästina. Tempel (Danzig) wendet sich gegen die Ausführungen von Jacobi "be* züglich seiner Stellungnahme zu den deutschen politischen Parteien. w^r müssen uns für eine Partei entscheiden oder eine eigene Partei zu gründen versuchen. — Der Standpunkt Lifschins ist unmöglich. Die Galuth wird olC 230