Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 10 (November 1932)
- Date
- 1932-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Auf welchem Wege werden sonst Arbeit und Arbeiter zusammengebracht? Durch eine Arbeitsvermittlungsstelle. Also wollen wir es auch einmal damit versuchen, beim Präsidium des KJV ein Ressort zur Vermittlung zionistischer Arbeit für Bundesbrüder einzurichten. Die Aufgabe dieses Amtes ergibt sich aus dem Gesagten von selbst. Es wird einmal die einzelnen zionistischen Aufgaben systematisch festzustellen haben, die es in Deutschland gibt, und dies-so konkret wie möglich; es wird sich z.B. nicht damit begnügen dürfen, allgemein festzustellen, daß in der BZV Arbeitskräfte fehlen, sondern es wird feststellen müssen, welche einzelnen bestimmten Aufgaben in der BZV zu vergeben sind; es wird darüber hinaus neue Möglichkeiten zionistischer Arbeit aufzuspüren haben, und zwar möglichst mannigfaltiger Art und andere als die ohnehin naheliegenden, wie z. B. die der Sammeltätigkeit für die Fonds, die damit nicht etwa gering geschätzt werden soll, für die sich aber doch sehr viele mit Recht für ungeeignet halten und die sie, wenn überhaupt, nur widerwillig und darum schlecht leisten würden. Es ist an zionistische Arbeit im weitesten Sinne gedacht, auf politischem, sozialem und kulturellem Gebiet, für Palästina und für die Galuth. Sodann wird die Vermittlungsstelle für die so festgestellten bestimmt umrissenen Aufgaben den geeigneten Bundesbrudec suchen; dabei muß natürlich vermieden werd-en, an die Bundesbrüder heranzutreten, die ohnehin schon als zionistische Arbeiter bekannt sind und an die man sich bisher in solchen Fällen gewohnheitsmäßig meist zuerst gewandt hat; es sollen ja gerade die noch abseits Stehenden herangezogen werden. Hat das Amt einen ihm geeignet scheinenden Bundesbruder herausgefunden, so muß es ihn durch individuelle Verhandlung und Behandlung zur Uebernahme der Arbeit veranlassen. Das wird der schwerste Teil der Arbeit sein; bei anderen Arbeitsvermittlungen, auch bei unserem Berufsressort, drängen sich die Arbeiter zur fehlenden Arbeit; bei der vorgeschlagenen Vermittlungsstelle für zionistische Arbeit wird es nicht an Arbeit mangeln; von einem Ansturm Arbeitsuchender wird wohl aber leider nichts zu merken sein. Um so wichtiger ist es, aus den nur zur Arbeit Bereiten Arbeit Suchende zu machen. Es wird immer Fälle geben, in denen Bundesbrüder durch ihre privaten Sorgen und Schwierigkeiten so in Anspruch genommen sind, daß sie zeitweilig zu zionistischer Arbeit nicht fähig sind; sie sind entschuldigt. Aber abgesehen von solchen Fällen wird es für jeden Bundesbruder irgend eine zionistische Aufgabe geben, für die er geeignet ist und die ihm Freude machen kannn. Wird auch manchem die Befähigung zum Geldsammler oder Redner fehlen, so gibt es doch viele Aufgaben, für die diese Fähigkeiten nicht oder nur iß geringem Maße erforderlich sind. Man denke nur daran, wieviel das KJV selbst gewinnen könnte, wenn eine größere Anzahl von A.H A.H. als bisher in den Organisationen des KJV mitarbeiten würde; denn auch die Arbeit für das KJV ist zionistische Arbeit und es wird niemanden, der Alter Herr des KJV geworden ist, geben, der nicht z. B. für diese Arbeit geeignet wäre. Das vorgeschlagene Amt wird sich eine eigene Organisation schaffe11 müssen. Es wird nicht nur in ständiger Verbindung mit der ZVFD und den sonstigen zionistischen Zellen Deutschlands, die zur Erfüllung ihrer verschic denen Aufgaben Mitarbeiter brauche-:, stehen müssen, sondern es wird auch selbst Mitarbeiter brauchen; es wird Serail in Deutschland, wo A.H. A.H. des KJV in größerer Anzahl wohnen und wo die Möglichkeit zionistischer Arb*1* 270