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Der jüdische Student · 1932-10-01 · Heft 9 (Oktober 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 9 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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5. Wir müssen sie und vielleicht auch manche, die wir auf den anderen 3 Wegen für den Zionismus werben oder geworben haben, in die "zu schaffenden „Zionistischen Schülerbünde", die Konzentrationssteilungen unserer ganzen Schülerwerbearbeit, keilen. Diese müssen die wirklichen Nachwuchsor£anisationen unserer Verbindungen werden, für die diese voll verantwortlich cjnd, auch wenn jene formal selbständig sind, sie müssen alle ihre Mitglieder Jcm KJV, der Zist oder der Zog zuleiten. — Sie sind möglich, und daß ein' Versuch in Berlin nicht große Erfolge zeitigte, lag an technischen, taktischen und vor allem persönlichen Gründen, die darzulegen hier nicht der Platz ist. Frankfurt zeigt uns, daß es geht. Alle diese Pläne setzen, auch wenn mit ihrer Verwirklichung nur einmal begonnen werden soll, eine Anzahl von KJVern voraus, die von der Verbindungsarbeit genügend entlastet sind, um diese Arbeit zu leisten. Und nun höre ich schon den Schrei sich erheben, der immer bei uns erhoben wird, wenn etwas Neues getan werden soll: „Das ist Außenarbeit!, die unsere Verbindungen in derer Arbeit stört, gefährdet! Wir haben zu wenig Leute, wir können nicht!" — Darauf muß schärfstens dreierlei erwidert werden: 1. Wozu ist dieser ganze Kartell da, wenn er nicht eine Wirkung nach außen erstrebt?! 2. Es stimmt nicht, daß dies eine Außen-Arbeit in dem Sinne sei, daß ihre Resultate wohl dem Zionismus, nicht aber uns zugute kämen. Dies ist die Uebersetzung unserer alten Keilarbeit, die immer schon eine zeitraubende und doch den Verbindungen obliegende Arbeit war, in die Sprache der neuen, früh politisierenden Zeit. Wenn wir uns nicht mehr und mehr damit begnügen wollen, immer die Leute zu rezipieren, die von selbst zu uns kommen, Söhne alter Zionisten und einzelne Produkte der zionistischen Jugendbewegung, dann werden wir sie auf uns nehmen müssen. Beginnen wir sie so früh wie möglich! Der Zionismus braucht Menschen. Es Seht nicht zuerst um die Zahl. Aber je mehr wir haben, umso leichter werden wir einzelne an die Außenfront stellen können, ohne die Existenz der Verbindungen zu gefährden. Je mehr wir haben, umso mehr wertvolle werden wir haben, die unsere Verbindungen tragen. Am Anfang jeden Erfolges steht der Einsatz von Kräften und das Risiko. 3. Wir sind ein Erziehungsbund. Und v.ir müssen unsere Menschen zu all den Aufgaben erziehen, die von Zionisten erfüllt werden müssen. Und zu diesen Aufgaben gehört die Heranziehung einer zionistischen Jugend. Und deshalb ist diese „Außenarbeit" ein Teil unseres Erziehungsprogramms, wie es beispielsweise die Ortsgruppenarbeit ist, die zu unserer politischen Erziehung gehört! Im praktischen Detail kann dieser Plan noch nicht feststehen, denn einer :t^ein kann hier nicht diktieren. Womit wir beginnen wollen, ob wir Sport Ulld Hebräisch und KKL-Arbeit in diese Arbeit einbeziehen, ob es ratsam ls*. Primanerbünde zu bilden, diese eventuell mit unseren Verbindungen gemeinsame Fahrten und gemeinsame Veranstaltungen machen zu lassen, — das slles müssen wir in der Praxis erproben. ».Zionismus im Angriff" hieß das Referat des vorigen Camps. Heute ist deutsche Judentum sturmreif; aber nicht in seinen Greisen und kaum in ^en ..abgestempelten" 18 jährigen — wohl aber in seinen 15 jährigen. „Wenn 5nr wollt, so ist es kein Märchen." 249

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