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Der jüdische Student · 1932-10-01 · Heft 9 (Oktober 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 9 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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Daraus ergibt sich als unbedingte Konsequenz: Wir müssen an die jungen Juden heran, bevor sie diesen Stempel empfangen. Fünf Hauptaufgabenkreise sehe ich: 1. In der neutral-jüdischen und zionistischen Jugendbewegung herrscht überall neben dem chronischen Mangel an Führern — Mangel an Referenten und Kursleitern. Auf der anderen Seite besieht dort eine falsche Meinung vom K.J.V., das als ein steriler Klub untätiger Intellektueller, und über die Zionistische Organisation, die als eine unnötige viel Geld fressende Bcrnzokratie aufgefaßt wird. Diese weitverbreiteten, irrigen Meinungen bewirkea, daß die Jungen und Mädchen, die der Jugendbewegung entwachsen, den Weg zur Z.O. und zu uns so selten finden. Seit Jahren haben wir diese starke, immer neue Hoffnungen weckende zionistische Jugendbewegung, und statt daß diese Jugend einströmt in die Reihen der Z.O., um sie zu erneuern und zu beleben, schrumpft diese mehr und mehr zusammen. — Hier ist die Funktion des K.J.V.ers: Er soll als Referent, Kursleiter durch eine gute Arbeit zeigen, was das K.J.V. kann, und immer wieder auf die dringende Notwendigkeit einer starken Z.O, hinweisen, bis es kaum einen Jungen oder ein Mädchea aus der Jugendbewegung, die nicht von dort aus in das K.J.V. bzw. die Zist. oder direkt in die Zionistisch Orts-Gruppe (eventuell auch in Organisationen wie den Berliner „Klub Junger Zionisten") hereinwachsen. 2. Allerorts entstehen in letzter Zeit jüdisch-,.neutrale" Synagogenklubs, Jugendlogen und ähnliche Vereine, die es sich zur Aufgabe' stellten, jenen großen Teil der jüdischen Jugend, der durch die jüdische Jugendbewegung nicht erfaßbar ist, dennoch jüdisch zu interessieren. Diese Synagogenklub sollen meis. „neutral" sein, ihre Tendenz wird also bestimmt von denen, die in ihnen wirken. Hier haben — wenigstens in Berlin — die Liberalen aller Schattierungen einen weiten Tummelplatz gefunden, es ist Zeit, daß KJV er ihnen entgegentreten, überall Kerntruppen bilden, um dort Zionisten zu werben. 3. Heute gibt es bereits viele zionistische Rabbiner und Lehrer. Sie sind aber aus Zeitmangel und aus, oft berechtigter, oft unberechtigter, Rücksichtnahme auf ihre überparteiliche Stellung meist nicht imstande, so zum Zionismus zu erziehen-, wie sie es gern möchten. Sie müssen die jüdischen Menschen von der Peripherie sammeln, die kulturelle Erziehung leiten — die intensive, auch politische Erziehung müssen wir durchführen, in Arbeitsgemeinschaft' zirkeln, die jene uns gern aus ihren Schülern zusammenstellen werden. 4. Neben all diesen Positionen, in die man friedlich eindringen kann, es die Stellungen unserer Gegner, die man sprengen muß: der kommunistisch ,.Sozialistische Schülerbund", der einen großen Teil der „Kameraden" uns cflirissen hat, die Jugendgruppen des C-V. (vor kurzem waren es in Berlin 4 ufij 3 neue sollten demnächst eröffnet werden), die der Iii und der Reformgerne50' den, ebenso aber auch Bünde und Vereine, deren Arbeitsgebiete scheinbar al" anderen Ebenen liegen, die nicht eigentlich unsere Gegner sind, radlkalden^' kratische, pazifistische, sozialdemokratische müssen von uns wieder und wic^' besucht werden, auf die Judenfrage und die Notwendigkeit ihrer zionistisch" Losung muß wieder und wieder hingewiesen werden. Mitglieder und vor all0'1 Mitläufer, gerade Neu-Hinzukommende, müssen wir für uns keilen. .248

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