Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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sehr tiefschürfend sind, so wird doch für jede von ihnen eine gewisse Menöe von Zeit und Kraft aufgewandt. Meistens versinken sie sofort nach ihrer Ablieferung in die Vergessenheit und sind somit wertlos. . Dazu kommt, daß häufig von einer ganzen Anzahl Bundesbrüder die gleichen Themen behandelt werden (z. B. Zionismus und Kommunismus, Palastinamandat usw.), so daß auch aus diesem Grunde die Arbeiten keine große praktische Bedeutung besitzen. Ich halte daher eine Rationalisierung der Burschenarbeiten für zweckmäßig. Es wird oft über die Stagnation des zionistischen Schrifttums geklagt Es fehlen eine ganze Reihe von Einzeluntersuchungen (z. B.f wie kürzlich in der „Jüdischen Rundschau" angeregt wurde, über die staatsbürgerliche Stellung der Juden in den einzelnen Ländern, ferner über jüdische Soziologie, Psychologie, Propaganda, es könnte eine Geschichte der Z.V.f.D. geschrieben werden usw., usw.). Wenn es auch wohl in der Regel nicht möglich sein wird, solche Themen im Rahmen einer Burschenarbeit erschöpfend zu behandeln, so könnten in diesen doch Teilprobleme gelöst und technische Vorarbeiten geleistet werden. Außerdem wäre es möglich, nach Art der von Bbr. Wydra geleiteten Arbeitsgemeinschaft über Propaganda mehrere Arbeiten innerhalb einer Verbindung zu einem einheitlichen Ganzen zu vereinigen. Ich möchte infolgedessen anregen, daß das Präsidium (am besten in Zusammenarbeit mit der Z.V.f.D.) eine Anzahl Problerngebiete auswählt und diese den Verbindungen zur Bearbeitung für das Burschenexamen überweist. Die Arbeiten sollten dann vom Präsidium gesammelt und im Falle ihrer Eignung durch Abdruck im JSt., Weitergabe an die Z.V.f.D., Jüd. Rundschau usw. verwertet werden. Vieleicht würde es sich ferner empfehlen, eine Reihe von Dissertationsthemen auszuwählen und im J.St. bekannt zu geben, da auch auf diese Weise das zionistische* Schrifttum gefördert werden kann. Zeitgemäße Keilarbeit. Stärkung unserer Stellung in unserer Umwelt. Von E r n s t B r a n d t <V. J. St. Avukah). In dieser Zeit, in der einerseits bereits Kinder von alten Zionisten uns zuwachsen, in der andererseits das deutsche Volk und vor allem der deutsche Akademiker — wenn wir nicht auswandern, unser zukünftiger Kollege — in ihren aktivsten und kräftigsten Strömungen mit dieser aggressiven und bedrohlichen Deutlichkeit junge Juden darauf hinstoßen, wohin sie nicht gehören und wo sie in Wahrheit zugehörig sind, sollte es uns doch gelingen, weit größere Erfolge zu erringen als je zuvor. Ein sehr hoher Prozentsatz der jungen Juden studiert, sie sind uns und fast nur uns zu zionistischer Werbung zugänglich, sie müßten in letzter Zeit mehr und mehr nachdenklich geworden sein, was ihre Stellung als Juden anbetrifft, es müßte möglich sein, dieses Nachdenken zu Konsequenzen, zur zionistischen Konsequenz zu führen. — Warum ist das s0 schwer, daß es uns nur in so geringem Maße gelingt? Gewiß, aus der Erfahrung ist mir bekannt, daß unsere Erfolge größerö sein könnten, wenn wir unsere Keilarbeit in der bestehenden Art fleiß1ier tun, sorgfältiger Adressen sammeln, noch aufdringlicher jedem Keilfuchs nach' laufen, ihn mündlich, telephonisch und schriftlich noch häufiger einladen, vfcflfl 246