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Der jüdische Student · 1932-10-01 · Heft 9 (Oktober 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 9 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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jjie Gefahren für die Religion, greife -die Lage der Juden in der Welt auf, zeige, daß es schon bei den Aegyptern genau so war, jetzt kommen die vier Lösungen. Endlich sind wir beim Zionismus. Der Pflicht, die die Leute von uns verlangen, haben wir Genüge getan und können mit Tatsachen loslegen. Noch keine 40 Minuten hat der Vortrag gedauert. Jetzt geht die Diskussion los. Hier geht es von alleine. Oft haben die Leute Bange, und es braucht guten Zuredens. Zu zweit stehen wir jetzt jeder in einem Klübchen. Fragen und Einwürfe gehen durcheinander. Wir haben gewonnenes Spiel. Am Anfang gab es keinen zionistisch interessierten Menschen in Langenselbold. So hat es die Leute gepackt, daß wir beim Verteilen unseres Werbematerials, auf unsere Bitte, vom Vorstand selbst Geld zur Finanzierung unserer Reise gesammelt bekommen. Nicht, mehr als 1,90 RM mußte uns der KKL zuzahlen. 5,— RM bekamen wir. Das beim ersten Mal! Den Herrn Lehrer und ein Primaner, die sich besonders interessiert haben, nehmen wir noch besonders vor. Der eine wird KKL-Kommissar, der andere KHaj.-Kommissar. Man spricht von vertraulichen Rundschreiben und von großer Verantwortung. 10 Büchsen behält der Herr Kommissar zur Verteilung. Beide unterstehen unserem Bezirksleiter, einem Bbr. in Hanau. Zufrieden, naß und müde, aber stolz, wieder Menschen in unseren Kampf eingestellt zu haben, fahren wir nach Hause. In zwei Monaten sind wir wieder da. Bis dahin kursiert Werbematerial. Nicht immer geht es wie in Langenselbold. Wir haben auch schon Pleiten erlebt. Keinem bleibt das erspart. Wir schaffen aber neue Reihen. Neue Menschen sehen wieder ihr Vaterland. Da nimmt man alles in Kauf. Zwei Vorschläge. Von Ernst Nußbaum, Hanau. L Mit dem wachsenden Interesse, das das K.J.V. an der zionistischen Außenarbeit nimmt, sollte auch die rednerische Ausbildung unserer Bundesbrüder berücksichtigt werden. Es zeigt sich nämlich häufig, daß unsere Menschen, selbst wenn sie formal gut reden können, in ihren Ausführungen eine Reihe von technischen und psychologischen Fehlern an den Tag legen, die den Wert ihres rednerischen Auftretens beeinträchtigen. Man darf aber diese technischen Dinge gar nicht allzusehr unterschätzen, da die besten Argumente, wenn sie wirkungslos vorgetragen werden, keinen Erfolg haben. Ich mache daher den Vorschlag, in unseren Verbind1 gen Rednerkurse zu veranstalten. Dies könnte nach Art der offenbar wieder aus der Mode gekommenen debating-clubs geschehen, jedoch in der Weise, daß neben der sachlichen Auseinandersetzung ausdrücklich vor allem auf die formale Seite des Redens geachtet und diese einer' Kritik unterzogen wird. Natürlich setzt diese Kritik einen gewissen Takt auf seiten der Beurteiler und einen gewissen Mangel an Empfindlichkeit auf seiten der Beurteilten voraus. Es empfiehlt sich daher vielleicht, die Leitung solcher Kurse geeigneten, Autorität und Geschicklichkeit besitzenden Alten Herren anzuvertrauen. IL Es ist jetzt offenbar in den meisten Verbindungen üblich, zum Burschen- Examen Burschenarbeiten zu verlangen. Wenn auch diese Arbeiten oft nicht 245

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