Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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3. Gdud Awodah kennt nur aktive Mitglieder (Owdim). 4. Gdud Awodah bedeutet vollen Einsatz der Person für den Dienst Zionismus. 5. Gdud Awodah verpflichtet zu unbedingter Disziplin und Verschwiegenheit, 6. Gdud Awodah kennt grundsätzlich nur zahlende Mitglieder. Seine Kas$e kann mit der der Ortsgruppe identisch sein. 7. Gdud Awodah steht grundsätzlich außerhalb der Parteien. Seine Mitglie. der müssen Angehörige der Zionistischen Organisation sein. 8. Gdud Awodah besteht aus Führer, Leitung und Mitgliedern. Die Mitglieder wählen den Führer. Der Führer ernennt die Leitung, die aus 3—5 Mitgliedern bestehen soll. Die einzelnen Gdudim werden in Gruppen verbände, die Gruppenverbände in einer Zentrale zusammengefaßt. 9. Gdud Awodah erhält sich seine Arbeitsfähigkeit und ungeminderte Stoßkraft durch ständige Kontrolle der Leitung. Neuaufnahme erfolgt durch die Mitgliederversammlung auf Vorschlag der Leitung. Ueber den Ausschluß beschließt die Leitung. 10. Gdud Awodah-Zugehörigkeit schließt die Mitgliedschaft bei anderen zionistischen Organisationen nicht aus. Es konnten in diesem Vorbericht über die Arbeitssitzung naturgemäß nicht alle Anregungen wiedergegeben werden, die auf der Sitzung des Delegiertentages gemacht wurden. Harry Bein und ich sind an der Arbeit, dem Auftrag der Arbeitskommission entsprechend, ein ausführliches und umfassendes Expose anzufertigen, in dem alle Anregungen in ein System gebracht wiedergegeben werden. Dieser Vorbericht soll -vor allem die Aufgabe haben, all den Freunden, die Interesse und Verständnis für den GA haben,- die Möglichkeit zu seiner Gründung zu geben. Ich bin überzeugt, daß man über meine Vorschläge lang diskutieren kann. Ich hoffe aber, daß dieser Appell von vielen Gleichgesinnten verstanden wird, und daß sie sich an die Arbeit machen und nicht an die Diskussion. Die Essener Gruppe ist bereit, jeder Notwendigkeit, die sich im Verlauf der weiteren Entwicklung zeigt, Rechnung zu tragen. Was ist zu tun? In jedem Ort, wo die Möglichkeit dazu besteht, ist ein Gdud zu gründen. Bestehende Gruppen, die in sehr vielen Orten bereits vorhanden sind, müssen auf die Gedankengänge des Gdud umgestellt, bzw. damit vertraut gemacht werden. Hierauf muß sofort nach Berlin über Gründung und Zusammensetzung Bericht erstattet werden. Die Zentrale wird dann die Gründung oder Wiederbelebung von Gruppenverbänden in die Wege leiten, wobei sie den einzelnen Gruppen die Anschriften der Nachbargruppen bekannt gibt. Die Gruppenverbände haben ein gemeinschaftliches Arbeitsprogramm auszuarbeiten. Im Winter kann dann ein Treffen der Führer veranstaltet werdet Yon dem die Gewinnung voller Einheitlichkeit abhängen wird. Es scheint mir wünschenswert, wenn dieser Bericht durch Wieder-Abdruck eine möglichst weite Verbreitung findet. 238