Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Träger der Bewegung und eine der Anhänger. Träger der Bewegung soll nach unserer Meinung der Gdud Awodah sein, die Anhänger der Bewegung sind Iq der Ortsgruppe organisiert, die Nurspender in der Jewish Ajgency. Drei Kreise der Intensität, der Rechte und Pflichten. Während eine zionistische Orts, gruppe niemanden ausschließen soll, weil er in seiner Intensität nachläßt, wird der GA (Gdud Awodah) sich rücksichtslos seine Schlagkraft durch Ausschluß aller Müden erhalten müssen. Dabei braucht damit keine Verächtlichmachung des Ausscheidenden verbunden zu sein, denn kein Mensch kann unausgesetzt an der Front arbeiten. Wer müde ist oder verhindert, geht zurück zu den einfachen Ortsgruppenmitgliedern. Die Menschen wechseln in ihrer Intensität, der GA muß sie dauernd besitzen. Und hiermit glauben wir eine gewisse Losung gefunden zu haben, die die Diskussion zwischen Sereni und einer Reihe älterer Zionisten n^cht brachte, wie wir oben ausführten. Chaluzmth- Gesinnung muß der Jugend beigebracht und von ihr gefordert werden. Selbstverständlich geht im Entscheidungskampf des jüdischen Volkes jeder an die Front, wer nur immer kann und dazu geeignet ist. Front ist in diesem Sinne Erez. Ebenso selbstverständlich arbeitet aber jeder Chahiz in der zweiten Linie oder in der Etappe, wenn er für die Front nicht geeignet ist. Die zweite Linie und die Etappe ist der GA. Der GA verlangt genau wie Palästina den vollen Einsatz der Kräfte, er verlangt genau solche chaluzische Gesinnung. Was nützt uns die tapferste Front, wenn die Etappe nicht arbeitet und nicht Menschen und Material nachbringt? Eine Etappe, die nicht von Frontgefühl durchdrungen ist, bringt eine Front zum Erliegen. Daher muß die Parole heißen: Chaluzischen Geist, wo immer auch der einzelne von der Gemeinschaft hingestellt wird. Ist ein junger Mensch von dieser Gesinnung durchdrungen, so wird er nie zusammenbrechen, wenn er nicht nach Palästina kann, sondern er wird arbeiten, wo er steht. Der GA ist natürlicli nicht nur Etappa für Palästina, sondern vorderste Front des zionistischenAngiüfs auf das nichtzionistische Judentum. Hier endlich einmal planmäßig und aiuf lange Sichi zu arbeiten, wird eine zweite wichtige Aufgabe sein. In der Diskussion wurde geäußert, daß der GA sich nicht von einem guten Ortsgruppenvorstand unterscheide, man müsse ihn daher als eine Ueberorganisation betrachten. Es isl aber bis jetzt nicht ohne weiteres erkenntlich, ob eine Ortsgruppe einen guten oder schlechten Vorstand hat. Außerdem unterliegt ein Ortsgruppenvorstand nicht der Aufsicht des Gruppenverbandes, während der GA selbstverständlich regional und zentral durchorganisiert ist. Ferner kann der GA aktive Menschen enthalten, für die im Vorstand kein Platz ist. Es ist wahrscheinlich, daß ein Ortsgruppenvorstand identisch mit einem GA sein wird, d. h. daß er in &nl enthalten sein wird, aber der GA wird nicht identisch mit einem Ortsgruppe0' vorstand sein, weil er auch andere Menschen umfaßt. Eine Ortsgruppe wird auch in Zukunft demokratisch aufgebaut sein, der GA entwickelt sich aus dcß' Führerprinzip, weil eine kämpfende Truppe niemals parlamentarisch verwalk werden kann. Der GA befaßt sich mit der gesamten zionistischen Aufgabe 1(1 seinem Ort, der Gruppenverband mit der gesamten zionistischen Aufgab1 seines Bezirks. Also nicht nur Redneraustausch, der leidht bei einer Zu* sammenkunft der GA-Führer des Bezirks oder mehrerer Bezirke verabrede* werden kann, sondern der gesamte zionistische Angriff wird hier festgele^' Gelingt die Ausbreitung des GA über ganz Deutschland, so wird man a8^ seiner Bildung sofort zur Festlegung gemeinsamer Aktionen kommen müsse*1. 236