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Der jüdische Student · 1932-10-01 · Heft 9 (Oktober 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 9 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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dar nicht beachtet. Uebereinstimmend mit meiner eigenen Auffassung wird jjier gezeigt, daß in unserer Organisation der Anhänger zu wenig vom Mitglied oder, wie wir es ausdrückten, der Gesinnungsgenosse zu wenig vom Arbeitsflüssen organisatorisch unterschieden wird. Die erste Folge davon ist, daß arbeitswillige Kräfte sich nur sehr schwer finden können. Wenn die Zentrale e;n Rundschreiben an die Provinz sendet, so weiß sie nie, ob die entsprechenden Kräfte überhaupt vorhanden sind. Es wird zwar immer zur Bildung einer Reihe von Kommissionen und Dezernaten aufgefordert, aber es ist bekannt, <]aß zumindest die kleinen Ortsgruppen aus Menschenmangel zu solchen Bildungen nicht fähig sind. Völlig uneinheitliche Arbeit und der Mangel jedes planmäßigen Vorstoßes ist die Folge davon. Die Erfahrungen einer Ortsgruppe lassen sich kaum auf eine andere anwenden, weil dort Intensität und Aufbau grundverschieden sind. So dilettiert jeder Ortsgruppenvorstand und verschafft sich allmählich Erfahrungen, die anderswo längst gemacht worden sind, aber nicht mitgeteilt werden können. Ein straffer gleichmäßiger Aufbau, eine gleichmäßige Zusammenfassung aller Arbeitswilligen erleichtert die Zusammenarbeit und den Austausch von Erfahrungen. Eine weitere Folge der mangelnden Unterscheidung zwischen Gesinnungsgenossen und Arbeitsgenossen ist, daß die Organisation von den Außenstehenden, die zu gewinnen sind, also insbesondere von der Jugend, nach den Lauen beurteilt wird und dadurch jede Attraktionsfähigkeit verliert. Im J.St. wird der richtige Vergleich mit der sozialdemokratischen Partei gemacht, bei der sich auch eine Jugend daneben entwickelt, weil die Stärke der Partei nach außen hin von den Schwächsten bestimmt wird. Die Jugend kann nur gewonnen werden, wenn nicht nur der Zionismus als solcher, sondern die Organisation selbst stark und fordernd auftritt. Der Zionismus von heute fordert von der Jugend Chaluziuth. Viele fühlen sich berufen, aber nicht alle werden auscrwählt sein, und der Rest wird wieder zurücksinken in stumpfe Gleichgültigkeit, die häufig zunächst mit heftigen Krisen eingeleitet wird. Gerade üter diesen Punkt konnte sich die Diskussion in der Kommission nicht einigen. Von Sereni wurde die Forderung nach unbedingter Chaluziuth erhoben, von älteren Monisten, die manche ungünstige Folge dieser Forderung schon gesehen haben,;ri diesem starkem Umfange bekämpft. Ich werde weiter unten Vorschläge zu ü*escr schwierigen Frage machen. Soviel steht jedenfalls fest, daß ein junger •n*-nschf der aus irgendwelchen Gründen die Chaluziuthforderung nicht er- ^Hen konnte, in der heutigen zionistischen Organisation und ihrer Tätigkeit •:men auch nur einigermaßen hinreichenden Ersatz sieht. Auf diese Weise '^-'hen uns solche Jugendliche häufig ganz verloren. Die Wege, die im J.St. zur Besserung aufgezeigt werden, erscheinen mir -zureichend. Man geht dort von der jetzigen Organisationsform aus, will ' er von den eigentlichen „Mitgliedern" mehr fordern. Würde damit Ernst 0";nacht, so könnte das nur auf eine großangelegte Säuberungsaktion hinaus« ■l ifen, bei der viele aus der ZOG ausscheiden müßten, weil sie sich zu einer '"-rkeren Intensität nicht entschließen können. Eine solche Aktion führt zu •irker Mißstimmung. Wir wählten daher in Essen den andern möglichen }' c-s. die bisher bestehenden Formen durch eine Eliteorganisation auszubauen, 'J*ch den Gdud Awodah. Wir sind uns im Klaren, daß eine Bewegung 'e die zionistische zwei Organisationsformen haben muß, nämlich eine der 235

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