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Der jüdische Student · 1932-10-01 · Heft 9 (Oktober 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 9 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Auch in einem anderen Punkte ist uns die deutsche Völkerrechtswiss'eiischaft günstig. In den französischen und englischen Texten isi immer nur von einem Schutz (Protektion) der Minderheiten die Rede. Die deutsehen Texte and das deutsche Schrifttum sprechen dagegen von Minderheite-nrechten. Darau« ergibt sich die zweite Bedeutung, daß die Minderheiten nicht nur gemäß der französisch-englischen Auffassung vor Unbill geschützt werden sollen, um mög. liehst leicht und schmerzlos in der Mehrheit aufzugehen, sondern daß sie den Anspruch erheben dürfen, in der Erhaltung und Förderung ihrer Eigenart von der herrschenden Nation unterstützt zu werden. Juden waren es, die, wie bereits ausgeführt, die Minderheitsrechte in die völkerrechtlichen Verträge hineingebracht haben, die Juden sind, wie kein anderes Volk dazu berufen, an der Fortentwicklung dieser Minderheitenrechte mitzuarbeiten. Man kann mcht behaupten, daß die deutschen Juden dieser uns zugewiesenen geschichtlichen Aufgabe bisher genügt hätten, von deren Erledigung nach Ansicht namhafter Völkerrechtler der künftige Frieden unter den Völkern der Welt abhängt. VorSeridit über die Arbeitskommission des XXIV. Dele* giertentages in Frankfurt a. M. am 12. Sept€mber 1932, unter besonderer Berücksichtigung des Gdxid Awodafi. Von Dr. Erwin Mansbach, Essen. In ihrem Bericht über den Delegiertentag schreibt die LR. am 16. 9. folgendes über die Arbeitskommission: Es wurden Zweifel ausgesprochen, ob die Form des Parlamentarismus für die zionistische Arbeit der richtige Ausdruck ist. Die Zweifler können zur Stütze ihrer Meinung heute die Tatsache verbuchen, daß diejenige Veranstaltung des Delegiertentages, die am stärksten ein Bild der zionistischen Entschlossenheit und Arbeitsfreude gah, außerhalb des parlamentarischen Rahmens fiel. Eine Sitzung der „Arbeitskommission , die zur Besprechung praktischer Fragen zusammentrat, gestaltete sich spontan und elementar zu einer Kundgebung zionistischer Begeisterung und Verbunden* heit, die allen Teilnehmern stärkste Impulse gab. Hier war auch den Vertretern der einzelnen Ortsgruppen Gelegenheit gegeben, Erfahrungen auszutauschen und sich ungezwungen auszusprechen. Diese Zusammenkunft wird sicherlich reiche Früchte tragen. Allein die Tatsache, daß die so wichtige Kommission, unprogrammäßig in die Pausen der Plenarsitzungen gequetscht, tagen mußte, beweist, daß augenblickliche Organisationsform der Z.O.G. nicht mehr ganz den Bedürfnisse-1 der zionistischen Arbeit entspricht. Daß aber diese Kommission „ am stär*' sten ein Bild der zionistischen Entschlossenheit und Arbeitsfreude gab", z^1 deutlich, daß wichtige Kräfte heute von ihrer Wirksamkeit abgedrängt o&c> zumindest nicht genügend gefördert werden. In der Kritik der bisherigen OrjP' nisation wird vor allem in der letzten Nummer des Jüd. Studenten (Nr. 8), Zeitschrift des KJVM die jedem Delegierten zugänglich gemacht wurde, Arbeit geleistet. Leider wurde dieses Heft auf dem Delegiertentag offizlC1' 234

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