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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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ä Unser zweites * Stück wird ganz anders sein*.. Nicht die wirtschaftliche Not, sondern die geistige steht im Vordergrund — das Stück 7eigt die Entwicklung eines jungen Juden aus halb konservativem assimilatorischen Hause zum Zionismus. Barak, eine Kampftruppe für den Zionismus, ,das Instrument, mit dem* wir versuchen wollen, den seelischen Panzer zu zerschlagen, den der einzelne Jude jer klaren nüchternen Ueberlegung entgegenbringt. Bildhaft sollen die rationalen Darstellungen des Redners werden, Assoziationen formen, die unbewußt überall die Zufälligkeiten einzelner Erlebnisse in den Rahmen des Großen ordnen. Barak will deswegen seine Methode erweitern und will eigene Redner schulen und stellen, die nun klar und bis ins Letzte logisch immer den Prozeß beleuchten, den das Stück darstellt, sodaß nach dem Abend Bild und Deduktion, Vernunft und Gefühl eine Einheit, ein sich gegenseitig stärkendes Band bilden. Warum Barak? Barak, weil wir eine Lücke empfanden in den Methoden unserer Propaganda. Weil wir hoffen, durch diese Methode Menschen und Mittel erreichen zu können, die wir noch nicht in unseren Bann gezogen haben,8 weil v/ir meinen, daß durch dieses Instrument Impulse unserer Bewegung vermittelt werden können, die sie befähigen zu der dringenden, drängenden Aufgabe unserer Tage — dem Zionismus. Die Brünner Tagung des Weltstudentenwerkes. Von Hans Klee, Berlin. Das Weltstudentenwerk, das vor etwa einem Jahrzehnt in der heutigen Form begründet wurde, trat in den engeren Kreis jüdischer Betrachtung zuerst nit seiner Nyoner Konferenz vor 2 Jahren, bei der, entsprechend den Tendenzen der Organistion, einander feindliche Gruppen an den gemeinsamen Konferenztisch zu bringen, eine Aussprache zwischen den Vertretern jüdiv^hcr und antisemitischer Verbände stattfand. Die Diskussion, die sich anchloß, beherrschte noch monatelang zu einem erheblichen Teil die jüdische ifentliche Meinung und es steht außer Zweifel, daß die Tatsache der Zustim-! '5ng auch antisemitischer Vertreter zu der bekannten Resolution, durch die Gewalttat und Beschimpfung aus dem hochschul-politischen Kampf verbannt "•■«'erden sollte, einen starken moralischen Erfolg für die jüdische Position be- 4 utete. Leider blieb es, wie so oft, bei dem Erfolge auf dem Gebiete der Moral. Von neuem zog eine Welle von z. T. blutigen Exzessen über Anzahl mittel- und osteuropäischer Hochschulen, die Krawalle von Wilna '1 Lemberg, von Warschau, Wien und Berlin sind in unserer frischen Er- :-cning. Unter diesen Auspizien trat die diesjährige Konferenz des interzonal Students Service (I.S.S.) in Brünn zusammen. Die jüdische Delegan' die sich aus einem Vertreter der jüdischen Studenten in Oesterreich, u^chland, Polen und der Tschechoslowakei zusammensetzte, mußte Wert r-*uf legen, vor der Oeffentlichkeit darzulegen, wie wenig Resolutionen helfen J zu wje ganz anderen Methoden gegriffen werden muß, soll wirklich Ab- ,.',e geschaffen werden, und es zeigte sich wiederum, daß in. der scharfen s ^rteilung der Exzedenten und ihrer Taten eine einheitliche Front aller ■°nen bestand, die vertreten waren. Leider fehlten diesmal die Polen und •-anen und auch in der deutschen Delegation waren nur diejenigen Gruppen 223

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