Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3537599-3537829-3537836--8452-3546513
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ausbau unserer zionistischen Organisation. Also nicht isoliert, nicht mit dem Glauben der Entbehrlichkeit des Vorhandenen steht diese Truppe am .Anfang :vres Wirkens, sondern beseelt und bestrebt, alle Seiten der Organisation zu vergrößern und zu verstärken, so sieht sie ihre Sonderaufgabe an. Ihre Sonderaufgabe fühlt diese Truppe aber auch. Ihre Aufgabe, jene $cite unserer Bewegung nun endlich einmal zu entdecken und zu leiten, die . nbekannt, allzu lange brach gelegen hat. Die Gestaltung des Gefühlsmäßigen, a:c Betonung des Anschaulichen. Gerade weil die Stärke dieser Seite solange <;e unplanmäßig irgendwie wuchert, leicht zu erbeuten, leicht zu lenken ist, S-cleutet die Gestaltung dieser Seite eine eminent pädagogische Leistung. Warum haben wir vor dieser Aufgabe solches Mißtrauen? Weil andere damit Erfolg haben? Weil sie unversucht ist? Oder gar weil sie freudig, schauspielerisch, anschaulich ist? Mißtrauen wir den Erschütterungen unseres Herdas denn sonst so stark? Hat denn nicht auch die Synagoge, die Kirche die anschaulichen Mittel gefunden vom Emotionellen her, den Einzelnen zu binden? Furchten wir vielleicht^ daß Zionismus keine beweisbare mathematische De- JAtion ist? Oder haben wir das Grauen, daß tausende Juden Palästina „ullen, und wir nur imstande wären, verschlossene Pforten zu zeigen? Haben Air Angst, daß durch die seelische Bindung Menschen zionistische „Haltung" J;:rch zionistische Verwirklichung ersetzen wollen? Wir sind keine Illusionisten, ,t übersehen nicht den auch hier beschränkten Kreis der Erfaßbaren. Aber v ns fürchten wir auch nicht: den leidenschaftlichen zionistischen Willen, jetzt a unserer Zeit, in unseren Tagen unser Werk zu vollbringen. Man meint, Barak könnte sich seine Aufgabe leicht machen? Er könnte < ne simplizistische Schwarz-Weißrnalerei beginnen, basierend auf Schlagworten J Phrasen. Natürlich, es könnte sein, es könnte sein, daß man sich des : nstes und der Gefahren dieses Versuches nicht genügend bewußt ist. Diese Ersuche müßte man bekämpfen, man müßte sie auf die notwendige verantwortliche Haltung reduzieren. Kritik soll man üben, scharfe Kritik. Eitelsten, Schwächen soll man ruhig verletzen, denn es geht um unser Werk» '■licr weil solche Möglichkeiten bestehen, braucht doch nicht die Richtung dieses •1 rsuches als falsch und verfehlt bezeichnet zu werden. Was wir daraus ••eben werden, das wird Barak werden. Bis heute hat Barak nur ein Stück aufgeführt, ein zweites ist jetzt in Vor- eitung. Dieses eine Stück wollen wir einen Augenblick betrachten, um schan, ob eine Verirrung bis jetzt vorliegt. War das Stück schlecht? war '4ut? Sicher war es schwach. Aber was wollte das Stück? Hat es seine ' Hlabe erfüllt? ftas Stück wollte die materielle aktuelle Not der Golah zeigen, sie begreifen lassen als die immer wieder auftauchende Erschüttejüdischer Positionen in der Welt, wo auch und wie lange auch einzelne ^•Perioden bestehen mögen. Judennot in Deutschland, in Amerika, in 'l^t-Rußland. Es wollte zeigen, daß alle Anstrengungen hier ohne Be- '•d, ohne Dauer sind. Der notleidende Jude hier in Deutschland, er sollte ch die bildhafte Form sein Einzelschicksal als Schicksal seines Volkes be- * il-n, damit er — die Richtung der Befreiung auch in der Gestaltung des :cksals seines Volkes suche. Ein Jude sucht Stellung — hunderte Zu- 4lIcr erleben, erlebten das dargestellte Bild abgewiesen zu werden, „weil •J-deri sind'*. Aber bewußt gemacht aus dem einmaligen zufälligen Erleb- 221

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.