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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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Man wird fragen, wie man <ienn anders -den Zionismus zu einer Volks, bewegung machen könne. Darauf wird man zugeben, daß im augenbiickliehen Stadium des Palästina-Aufbaus dies schlechterdings unmöglich ist. £s ist ja ein größeres Wunder, daß überhaupt eine zionistische Bewegung ge. schaffen werden konnte, als daß nicht das ganze Volk an ihr teilnimmt Unsere Aufgabe, auch nach außen, ist Erziehung, nicht Propaganda. Und auch die innere Erziehung wirkt nach außen; jeder gute Zionist wird in seinem Kreis allen Einfluß ausüben können. Jedes schlecht gelungene Exemplar zerstört mehr, als alle Propaganda einbringen kann. Der Zionismus hat bei den Juden eine sehr verantwortliche Stellung. Die Juden sollen durch Zionismus und Palästina erst von einer Masse zu einem Volk umgeschafien werden. Wer mit der Masse rechnet, wie sie ist, — oder so niedrig wie er sie sich denkt: sie ist ja meist besser —, der ist sich dieser Aufgabe nicht bewußt. Er weiß noch nicht, daß der Satz: „Die Judeo sind ein Volk, ein Volk" keine Feststellung, sondern eine Postulierung war. Wir sollen Hachscharah treiben, die Juden „geeignet** machen, zu einem Volkstum, das eine organische geistige Einheit bedeutet. Die schlimmste Kol der Juden ist nicht der Hunger (vor dem wir sie überdies nicht retten können, und pseudomessianische Ambition macht dieses Uebel eher schlimmerj. Von dem schlimmeren Feind, der moralischen Haltlosigkeit, der Volklosigkeit, dem Chaos können wir sie retten. Doch dafür gibt es keine Propaganda. Dazu hilft nur die langsame und geduldige Arbeit der Erziehung, die dana Erfolg haben wird," wenn der Zionismus der Zionisten mehr als Fassade uad Bekenntnis ist. Barak — eine Methode zionistischer Werbung. Von Hans Anton Wolff Jede Bewegung wird getragen von zwei Seiten menschlicher Erfassung von der gedanklichen, der ideologischen Seite und von der gefühlsmäßig« Seite. Die Aufgabe des ideologischen Teiles ist es, die reale Möglichkeit der Verwirklichung, die sinnvolle Einordnung in die politischen und geistig*3 Strömungen darzustellen, die Aufgabe des gefühlsmäßigen Teiles ist es aber, das Wünschenswerte, das Gewollte des erstrebten Zieles zu betonen. D;f Grundlage jeder Einwirkungsmöglichkeit bleibt aber eine, vielleicht verschütte'.« noch schwache Gemeinsamkeit des Gefühlsmäßigen. Sicher gibt es ein*" dialektischen Prozeß zwischen Fühlen und Wissen, aber zur Möglichkeit eine1 Polarität gehören eben doch beide Pole. Barak, eine zionistische Propaganda-Spieltruppe, ist ein Mittel >•• Kampf um den Zionismus. Barak ist eine Methode, nicht die einzige. BarJ' ist . das Mittel, die emotionelle Seite unserer Bewegung zu betonen, nicht Mißachtung der rationalen Möglichkeiten, sondern als notwendigen Gegend Ja, man kann sagen, daß die Existenz einer Spieigruppe gebieterisch nach anderen Seite verlangt. Die Truppe ist das Mittel der Erschütterung, Li Auflockerung — aber nach dem Durchbrechen der Schranken des sieb schließenden Individuums was dann? Dann Einordnung, dann methodi-u Schulung. Nur in einer starken Organisation ist eine solche Truppe wahrb-5 sinnvoll, das weiß diese Truppe und deswegen wünscht sie den Aufbau, ^l 220

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