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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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,.Qzelnen erst einmal die Freude an körperlicher Betätigung und an der Be- -jrrschung des Körpers zu wecken, und ihm zu zeigen, daß es garnicht so ,.Vjr auf den Grad der einzelnen Leistung und auf ihre rein sportliche Bewertung ankommt, mehr erreichen., als alle äußeren Zwangsmaßnahmen. Methoden zionistischer Propaganda. £'.itz-Propaganda. Von Gerhard Liebes Im vorigen Winter ist anläßlich des Auftretens einer Berliner zionistischen Propaganda-Truppe, die sich Barak (Blitz) nannte und von Bundesbrüdera gemacht wurde, das alte Thema, wie man am besten den Zionismus „propagiert" aufs Neue in den Mittelpunkt unserer Diskussionen getreten. Es kann tiabei niemandem verborgen bleiben, daß es in Wirklichkeit in dieser Frage das Wesen des Zionismus geht. Die Bundesbrüder, die für den Barak verantwortlich sind, haben durchaus konsequent gehandelt. Sie wollen die „Massen" in Bewegung bringen und hatten es nicht schwer, in unserer Zeit die Methode zu lernen, auf die ::\-»n dies am besten leisten kann. Sie haben in praxi getan, was schon vorher, wenn auch von einer anderen Richtung, theoretisch gefordert wurde,;:!s man den JSt, dazu verwandte, Stellen aus den Schriften Adolf Hitlers .•bzudrucken. Man gewinnt die Masse, ist die Meinung, indem man ihr mit Beharrlichkeit einige ihr verständliche und geläufige Tatsachen und Mißstände einhämmert, und ihr daraufhin verspricht, man habe das Rezept der Heilung, in Hitlers Fall war das Deutschlands Knechtung durch Versailles, die Juden >;nd das System, in unserem Fall heißt es: Juden leiden, weil sie Juden sind. Die Rettung nennt sich in jenem Fall das „Dritte Reich'*, in unserem Palästina. Wenn diese Einsteilung nur die jener Bundesbrüder wäre, die den Barak chufen, so konnte man sie leicht nehmen und als Verirrung dieser Bundes- rüder, die in unserer Zeit fast verzeihlich ist, hinnehmen. Der fast ungeteilte ••'-ifall, mit dem die Zionisten wenigstens jenen „Blitz" das erste Mal auf ' ^h einschlagen ließen, und die Tatsache, daß die ZVfD. das Stück billigte :'id sogar käuflich erwarb, bewiesen, daß man die Sache so ernst wie mög- •;(-h nimmt. Kritik allein kann hier nichts ausrichten. Es wird eine Frage ' L>r Erziehung sein, ob wir in einigen Jahren ein Kartell — und damit eine ZVfdD. — haben werden, das über solche Banalisierungen lächeln wird, ' ^cr ob wir selbst bei allen ernsthafteren Menschen ein solches Lächeln her- Brufen werden. Man wende nicht ein, die Songs seien nur für die „breiten Schichten" *LS „Volks" da, — wir selbst könnten trotzdem unser „geistiges Niveau" beehren. Das ist ein Irrtum, der sehr verhängnisvoll werden kann. Niemand "^nn auf die Dauer nach außen etwas anderes sein als nach innen. Was l'-^n ist, muß man ganz sein. Sonst ist sowohl die Fassade als solche kenat- ,!ch und unwirkam, als auch das innen gerettete Niveau als „Ueberbau" hin- /'^'g und wertlos. Die geistige Einheit einer Gruppe Ist unbedingtes Er- '^rdernis, wenn anders die Gruppe etwas bedeuten will. Daher darf es mit Geiste des Barak keinen Kompromiß geben. 219

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