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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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2. Ebenso wichtig wie die zionistisch-praktische ist msiaer Ansicht nach die Jüdisch-gefühlsmäßige Erziehung. Geschichtskurse, kdkraische Kurse, alles gut. Aber das genügt nicht. Eine der wichtigsten Äsifgaben ist es, auch hier unseren Menschen wieder eine gefühlsmäßige u&ä. emotionale Beziehung zum Judentum zu vermitteln. Ansätze sind vwhanJsEss» die Möglichkeiten sind aber noch nicht ausgenutzt. Viel mehr als "bis jetst muß das hebräische Lied eingeführt und gepflegt werden. Im Lied -wird g©lem unsere Sprache nähergebracht, und gemeinsames Singen stärkt das Gefsüsl der Gemeinschaft. Im hebräischen Chor muß das künstlerische Moment JM»dh besonders betont werden. — Die Sprache muß unseren Menschen ssaögEdi&t früh lebendig sein, deshalb so früh wie möglich neben dem hebräsichem Kurs die zwanglose Linterhaltung im Chug Iwri. — Wir müssen wieder lernst, jüdische Feste zu feiern. Der Schwierigkeit, dies im Galuth zu tun, simä. wir uns alle bewußt. Trotzdem müssen wir uns bemühen, unseren geseHiigesa Weranstaltungen jüdischen Charakter zu geben. Die palästinensische Horralh kann hierzu viel beitragen. — Neben den Freitagabenden sollte vor allem <3er Oneg Schabbath, dessen Bedeutung für die palästinensische Jugend "bekassEi ist, in unserer Erziehung eine entscheidende Rolle spielen. Der geglückte Versuch in Frankfurt scheint mir die Richtigkeit des eingeschlagenes Weges zu beweisen. Im Mittelpunkt des Oneg, zu dem wir uns jeden Scha&feth. Nachmittag mit der ZiSt, treffen, steht immer ein Vortrag jüdischen InlaaMs. Das Wesentliche ist, daß stets ein hebräischer Text zugrundegelefi uaJ gelesen wird. (Für die Vorträge müssen, falls keiner aus unserem Kreise <das notwendige Wissen und die Fähigkeit zur lebendigen Darstellung hat, Atißesstd^iende herangezogen werden. Das Kriterium darf nur sachliche und persische Eignung sein.) Es seien hier einige der besprochenen Themen angefüfei: Rabbi Meir und seine Zeit [Erzählungen aus dem Sefer AggadahJ, Mssscheh (Verschiedene Dokumente), Ein hebräisches Gedicht von Jehudah. Male vi (Gleichzeitig Schilderung seiner Epoche). Schreiben des Chasdai fka Schaprut an den Chazarenkönig. Der jüdische Einfluß in den Märclken von 1001 Nacht. Vorher und nachher singt man und unterhält sich bei Essen uns! Spielen. — Der Sinn des Oneg ist, neben dem rein gefühlsmäßigen Wert des Gemeinschaftserlebnisses unseren Menschen wieder eine Beziehung zu psüschen Werten zu verschaffen und dem Schabbath, der doch für die meisten von uns seine religiöse Bedeutung verloren hat, eine neue Weihe smd eäaen nationalen Sinn zu geben. 3. ' . ■ Neben der geistig-wissensmäßigen Erziehung in Kossen, bei der immer mehr praktische Palästinafragen in den Vordergrund treieaa sollten, und nebefl der persönlich-menschlichen Erziehung muß heute mehr fan je der körperlich-sportlichen Erziehung eine größere Bedeutung zugem-essen werden. Ganz abgesehen davon, daß jeder von uns täglich gezwungen sein kann, sein Leben verteidigen zu müssen, ist es für die GesamtpersönHdbikeit und besonders für die geistige Disziplin unserer Menschen von -größter Wichtigkeit, ob sie gelernt haben, ihren Körper zu beherrschen. Es ist wdhl schon viel über Sport im Kartell geredet und geschrieben worden Wson trotzdem heuU der Sportbetrieb im Argen liegt, müßte hier mit "aüea-a Nachdruck Abhilfe geschaffen werden. Allerdings wird ein Bundesbruder, dler es versteht, u° 218

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