Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 8 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Welche iMöglichkeiten praktischer Betätigung und zionistischer Außen- £rbeit bestehen für uns? KKL.-Arbeit allein genügt nicht. Wir müssen vergeben, auch die Arbeit der Ortsgruppen zu unterstützen, Jugendarbeit in stärkerem Maße als bisher zu leisten und neue Wege der Propaganda für üns zu erschließen. KKL-Arbeit: Neben der Hilfe bei Büchsenleerungen und Sammelaktionen müssen alle Bundesbrüder ständig Imitaschen bei sich tragen. Jeder hat dadurch die Möglichkeit, auch andere, Außenstehende zu veranlassen, etwas für den Aufbau zu tun. Die Imitaschen müssen regelmäßig gewechselt werden und bei jeder Ablieferung muß ein ganz bestimmtes Kontingent erreicht sein. — Unsere Bundesbrüder müssen dem KKL. auch für organisatorische und technische Arbeiten zur Verfügung stehen: Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung größerer Veranstaltungen ist ein willkürlich herausgegriffenes Beispiel. — Durch Uebernahme von sog. „Straßenpatronatcn" können Bundesbrüder dafür Sorge tragen, daß bestimmte Bezirke oder Straßenzüge regelmäßig und systematisch bearbeitet werden. Ortsgruppenarbeit: Nur zwei Möglichkeiten seien aufgezeigt. Die eine: Schekalim-Verkauf für die ZVfD. Eine andere: Der Ortsgruppe ist es meistens nicht möglich, alle Menschen, die zu ihren Versammlungen und Vorträgen kommen, auch zu bearbeiten und sie mit der zionistischen Idee in persönlicher Diskussion vertraut zu machen. Viele dieser Menschen kommen ein- oder zweimal zu Veranstaltungen und werden dann nicht mehr gesehen. Hier können sich unsere Bundesbrüder bewähren und durch Bearbeitung dieser Menschen für den Zionismus werben, indem sie das meistens reichlich vorhandene und auf dem Speicher liegende Adressenmaterial verwerten. Jugendarbeit; Wenn wir auch aus unseren Kreisen den Jugendbünden, wie z. B. dem Kadimah, nur in Ausnahmefällen einmal einen Führer stellen werden, so können doch einzelne die Leitung von Kursen oder Arbeitsgemeinschaften übernehmen. — Außerordentlich wichtig ist die Schülergruppenarbeit, das ist schon oft betont worden. Abgesehen davon, daß wir diese Bünde führen oder uns zum mindesten an ihrer Führung beteiligen müssen, können einzelne Bundesbrüder die Bildung und Leitung von Zellen übernehmen. — Dasselbe gilt für den Bar-Kochba, bei dem wir, wenn wir uns regelmäßig an seinen Veranstaltungen beteiligen und eine genügende Portion Optimismus und Ausdauer aufbringen, doch auch schon einiges durch Einführung hebräischer Terminologie, Gründung von Singkreisen, Durchführung der KKL.-Arbeit, u. ä. erreichen können. — An Orten, an denen eine ..Schule der Jüdischen Jugend" besteht, sollte auch diese von uns unterstützt werden. Landpropaganda: Wir müssen versuchen, in der Umgebung der Universitätsstädte — sowohl in kleineren Städten als auch auf dem ilachen Lande?-~ zionistische Propaganda zu treiben. Es gibt da die verschiedensten Möglichkeiten. In Frankfurt haben wir jetzt Versuche mit recht gutem Erfolg unternommen. Ueber Einzelheiten der Arbeit in diesem Zusammenhang zu kochten, würde zu weit führen. Die Möglichkeiten sind noch lange nicht erschöpft. Es sollte hier nur tlr* kleiner Ausschnitt gegeben werden. An jedem Einzelnen von uns wird es liegen, immer wieder neue Wege zu finden. 217