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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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läufer vermehren, sondern auch noch als Alte Herren das verwirklichen, dessentwillen das KJV. sich jahrelang um ihre Erziehung und Ausbildung bemüht hat*, den stets tatbereiten Stoßtrupp der zionistischen Bewegung zu bilden. KJ.V. ^Erziehung. Von Fritz Saalberg 1. Immer wieder wird darüber geklagt, daß viele unserer Biisdesbrüder zu wenig zionistische Aktivität an den Tag legen, daß sie sich in zu geringem Maße für die Verwirklichung unserer Idee einsetzen und nach einer gewissen Zeit des Verbindungslebens in vollkommene Passivität zurückversinken. Woran liegt das? Ich glaube, bestimmt nicht an dem schlechten Willen der einzelnen Bundesbrüder, bestimmt auch nicht daran, daß zu wenijf zionistische Aufgaben vorhanden wären, sondern die Ursache Ist einzig und allein darin zu suchen, daß unsere Menschen nicht früh genug mit diesem Aufgaben vertraut gemacht und in genügender Weise dazu angehalten werden, sie zu erfüllen. Unsere Arbeit im Galuth darf sich nicht auf Diskussionen, Versammlungsbesuch und Büchsenleeren beschränken. Nur die Notwendigkeit, täglich eine ganz bestimmte Aufgabe zu vollbringen, nur der Zwang zur konkreten Leistung, in dem Bewußtsein, daß sonst das Räderwerk stillsteht, ergreift den Menschen auch in seinen emotionalen Bezirken. Geistige Auseinandersetzungen bleiben mehr oder weniger an der Oberfläche, Einsatz und Kämpfenmüssen für die Sache dringen in die Tiefe und erfassen den ganzen Menschen. Es ist die Leistung, die uns immer wieder an die Sache fesselt und immer wieder neue Leistungen fordert, es sind Erfolg und positive Ergebnisse, die uns ein inneres Verhältnis zur Idee geben. Diskussionen? Ich bestreite nicht ihren Wert und ihre Notwendigkeit Sie schulen den Menschen und geben ihm das Fundament für seine Arbeit Sie sind aber letzten Endes, von der Gemeinschaft aus gesehen, sinnlos, wena sie nicht positive Leistungen nach sich ziehen. Auch für den Einzelnen baben sie, als gefühlsmäßiges Moment, nur dann einen Sinn, wenn sie zu einem konkreten, faßbaren Ergebnis führen. Und das tun doch die allerwenigsten Diskussionen bei uns. Mit Ausnahme vielleicht der Diskussionen mit dem Keilfuxen. — Nun gibt es aber innerhalb der Verbindung niclit so' viele Arbeitsmögiichkeiten, daß jeder Bundesbruder eine Aufgabe bekommen könnte, die ihn auch wirklich ausfüllt und befriedigt. Sollen wir aber deswegen die Hände in den Schoß legen? Das wäre grundfalsch. Allein die Tatsache, daß hunderte von Dingen ohne uns schlecht oder gamicht getan werden, und daß außerhalb unseres Kreises Ansatzmöglichkeiten in Masse bestehen, rechtfertigen es meiner Ansicht nach, daß wir den veralteten Standpunkt, die Erziehungsarbeit an unseren Menschen dürfe sich nur innerhalb der Verbindung abspielen, aufgeben und daß wir unsere Menschen so früh wie möglich mit praktischen zionistischen Aufgaben betrauen. Der Glaube, daß sie dadurch der Verbindung entzogen werden, ist unbegründet-' Gerade das Bewußtsein des einzelnen Bundesbruders, daß die Leistung von der Verbindung ausgeht, stärkt in ihm das Gefühl der Zusammengehörigkeit- 216.

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