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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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erzeugen und den Einzelnen für sein Leben mit fcsscr Heiligen Unruhe er. füllen, ohne die es für eine lebendige Bewegung fein Vorwärts gibt.! In Lettland müssen 'wir noch dazu mit der Eigenart unseres Menschenmaterials rechnen, das, weder jüdisch genügend fundiert fmii unserm nationalen Erziehungswesen sind wir erst auf halbem Wege), ssoch innerlich an eine fremde Kultur assimiliert (was unter Umständen auch, ssoch ein Vorzug wäre!) ein Bild kultureller Wurzellosigkeit bietet. So Ist isan. denn bei uns mehr auf das Deklarative als auf das Essentielle, mehr adi Effekt als auf durchgreifende Wirkung, mehr auf Quantität als auf QusSat eingestellt. Daher in unserer akademischen Welt die erschreckend groib Zahl junger Menschen, die sich ohne weiteres zum Zionismus bekennen, aber indifferent genug sind, sich ihr politisches Credo als sekundäre Folge ih^es Anschlusses an eine parteigebundene Organisation vorschreiben zu lassen. Was Wunder, daß das Gros dieser Jugend sich zu bloßen Mitläufern der Bewegung entwickelt, die bereits in fortgeschritteneren Stadien ihrer Akürenzeit ihren Zionismus in behäbig philisterhafter Weise nur noch bei feierlichen Anlässen zur Schau tragen. Diesem geistigen Milieu entstammen die junges Menschen, die unsere Bundesbrüder werden. Sie kommen zu uns in der R^el bereits als Zionisten — dem Namen, die Besseren auch dem Wollen nach. Und diese Menschen, bei denen vielfach mit andern Voraussetzungen zu rechnen ist, als die bisherige Praxis des KJV. sie gekannt hat, gilt es zu birxechbaren Zionisten im Sinne des KJV, zu erziehen. In Zeiten, als es schwer war, europäisch gebildete Juden zu Zionisten zu machen, mochte als zionistisches Erziehungsziel für 4ie mit so viel Mühe Bekehrten die Vertiefung der wissensmäßigen Grundlagen zionistischer Weltanschauung mit den genugsam bekannten Lehimethofskn des Tendenzunterrichts (Analyse der jüdischen Situation, jüdische GescMchte, Palästinakunde) genügen. So schuf man im Vorkriegs-KJV. den vorbildlichen Propagandisten der Idee, den ,.gebildeten Zionisten'* postassimilatorisdfcer Prägung, der, von europäischen Geisteszusammenhängen ausgehend, der reichlich hausbackenbalebattisch anmutenden „Zijoinijus" ostjüdischer und aartbodoxer Provenienz den Ideenschwung einer modernen, den Zeitproblemesi bewußt zu Leibe rückenden Bewegung verlieh. Daß ein Hauch dieses Geistes auf den so spröden Boden Lettlands verpflanzt wurde, wird stet« ^das Tiistorische Verdienst des KJV. um den lettländischen Zionismus xm£L dessen Regeneration bleiben. Aber, stellt schon die Nachkriegszeit mit ihres neuen geistigen Strömungen, mit dem Eintritt Erez-Israels als realen Faktor in unser Volksleben, mit der gesteigerten Notwendigkeit radikaler seelischer Umstellung durch Hebräisierung, jede KJV.-Erziehung vor neue Aufgaben, so haben wir uns io Lettland darüber hinaus noch mit einem Problem spezifischer Art auseinanderzusetzen. Unser Kampf um einen reineren, intellektuell fundierten und auf positive Arbeit gerichteten Zionismus trug von Anfang an einea i^ilektiven Charakter- Als Gruppe griffen wir in den Kampf der verschieden^ Parteien, Gruppefl und Personen ein, der den zionistischen Mikrokosmos Lettlands zerfleischte als Gruppe eroberten wir uns eine Stellung in der zionistischen Gesellschalt, als Gruppe schufen wir auf unserm neutralen Boden eine allen feindliche0 Brüdern gemeinsame Tribüne zur Diskussion zionistischer Probleme, als GnipPe 214

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