Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 8 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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-ine der wichtigsten Aufgaben der Organisation zu sein, da es ihr bis heute bei weitem nicht gelungen ist, die erfaßten Jugendlichen für das ganze Leben *u gewinnen. IV. Die Organisation der Fonds ist bei weitem besser, als. die der eigentlichen Z.O., doch ist hier besonders die Höhe der Unkosten zu bemängeln, ^le in einem unglaublichen Mißverhältnis zu den Einnahmen steht. (Die rcaauen Unkostenziffern des K.K.L, z. B. zu nennen, ist uns nicht gestattet.) per Grund für dieses Mißverhältnis ist wohl einmal darin zu sehen, daß die meisten Zionisten nicht Maasser zahlen, uid da die Unkosten bei großen •,vie bei kleinen Beträgen gleich sind, ist infolge der geringen Leistungen ihr Prozentsatz sehr hoch. Durch die feste Organisierung wirklicher Mitglieder in Ortsgruppen mit der Verpflichtung zu tatsächlicher Maasserzahlung könnte eine Steigerung der Einnahmen erreicht, überdies könnte die Verwaltung dadurch verbilligt werden, daß für die Bearbeitung der eigentlichen Mitglieder der Z.O. durch das Fonds-Ressort der Ortsgruppen Beamte eingespart werden. Schließlich ließe sich auch bei der Bearbeitung der bloßen Anhänger der Spesenapparat dadurch in großem Maße verringern, daß die nunmehr festorganisierten Mitglieder den größten Teil der Funktionäre ersetzen.*) Wenn fast 100 Prozent der Fondseinnahmen zu positiver Palästina-Arbeit verwendet werden, so wird dies die Attraktivität der Fonds wesentlich erhöhen. Auch sollte man die Stellung der Fonds innerhalb der Z.O. nach den Grundsätzen einer guten Organisation ändern, diesen nicht mehr Autonomie gewähren, sondern sie sowohl der Exekutive, wie auch den Landeszentralen unterstellen. Die Erziehung zum zionistisdien Staatsbürger. (Aus unserer Praxis in Riga). Von HarrySrago Man hört im Kartell oft Riga für seine zionistische Intensität loben. Unsere Schwierigkeiten und spezifischen Probleme dagegen sind bisher in der Kartellöffentlichkeit noch nicht behandelt worden. Ich komme daher gerne der Anregung der Redaktion des JSt. nach, eine Darstellung der Methoden unserer zionistischen Außenarbeit in Riga zu geben. Meine nachfolgenden Ausführungen betrachte ich als Einleitung zu einer Diskussion, die nicht bloß für Riga von Interesse sein dürfte. Es gibt nur einen sicheren Wertmesser für Erfolg oder Mißerfolg zionistischer Erziehung, und der heißt: Bewährung im zionistischen Alltag, '^ekenntniszionisten zu schaffen, ist heute nicht schwer; die stimmungsmäßige Disposition Zur „Anerkennung" des Zionismus ist heute, im Osten wenigstens, mehr denn je vorhanden. Schwieriger ist .es schon, diese Stimmungen in ein Perpetuum mobile ständiger Impulse zu verwandeln, die, regelmäßig wirkend, für Tag zionistische Tat und zionistisches Verantwortungsbewußtsein *) Man könnte zu diesem Zweck und auch, damit die Palästina-Exekutive das Geld jederzeit am zweckmäßigsten verwenden kann, an eine Fusionierung heider Fonds zu einem Palästina-Fonds denken, was der Beibehaltung vermiedener Sammelformen nicht im Wege stehen sollte. 213