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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Auch wo diese Einteilung in Anhänger und Mitglieder nicht so bewußt, wie fcei der NSDAP, gemacht wurde, findet sie stillschweigend statt. Der italienische Faschismus hat z. B. in Anlehnung an George Sorei und Nietzsche das Prinzip der Elite entwickelt. Einige-wenige, die dazu besonders ausgebildet ~. sind, sollen die Träger der Bewegung sein. Auch bei der katholischen Kirche, die durch ihre Mönchsorden sich eine restlos ergebene Eliteschicht heranzieht, sehen wir das gleiche Prinzip erfolgreich angewandt. In allen Stufen einer guten Organisation soll die persönliche Verantwortlichkeit der Mitglieder möglichst die Stelle von beamteten Parteifunktionären ersetzen. Dadurch werden die einzelnen angespornt, es wird Geld gespart und der Gefahr der Bürokratisierung vorgebeugt So hat die Dritte Internationale das Prinzip, jedem Mitglied ein verantwortliches Ressort zu übergeben. Die mustergültige Zelle wird zu einem Gremium, in dem wenige, aber nur aktive, Mitglieder sich befinden. Dann fühlt sich auch das einzelne Mitglied als integrierender Bestandteil der Bewegung. Die Organisation soll Menschen zu einheitlicher Willensbildung zusammenfassen, um damit bestimmte leitende Zwecke zu erfüllen. Diese Zwecke sind aber nur zu erreichen, wenn die gesamte Macht der Massen in wenigen autoritativen Menschen sich verkörpert. Wir hatten das Prinzip einer kleinen, aber zuverlässigen Mitgliederzahl als Träger der Bewegung für richtig erkannt. Ebenfalls um der Schlagkraft willen gilt das Prinzip eines möglichst kleinen, aber zuverlässigen Apparates. Zu großer Vermittlerapparat hemmt und erschlafft jede Initiative. Sowohl was die beschließenden, als auch was die ausführenden Organe anbelangt, gilt der Satz, daß sie mit möglichst wenig Menschen zu besetzen sind. So vermeidet man ein oft endloses Diskutieren, das nicht zum Handeln kommen läßt. Bei der Exekutive besonders soll auf jeder Stufe der Organisation möglichst ein einzelner die Verantwortung tragen und die Entscheidung fällen. Alle erfolgreichen Organisationen unserer Zeit haben diese Gedanken durchgeführt. So hat überall ein einzelner oder doch ein ganz kleines Gremium die Leitung inne, und die Entscheidungen der obersten. Stelle müssen von allen Instanzen in jedem Falle ausgeführt werden. Entweder haben in diesen Organisationen die Träger der Macht diese sich selbst angeeignet bezw. sie von Gott erhalten. Mussolini im Faschismus, Hitler in der NSDAP., der Papst im Katholizismus; oder die Macht wurde ihnen von Körperschaften verliehen, wie bei dem Exekutiv-Komitee der Komintern, das vom Weltkongreß gewählt wird. Auch wenn eine Spitze gewählt wird, muß sie unbedingte Autorität besitzen und alle Zweige der Organisation überwachen. In den Komintern hat das Exekutiv-Komitee unter seine Mitglieder alle Ressorts, die die Bewegung beschäftigen, aufgeteilt, sodaß — neben Agit.-, ^rop.-, Org.-, Orient- und Jugendabteilung — jede wichtige Landesorganisation einen Vertreter in der Exekutive hat, der für die Arbeit in den Landessektionen verantwortlich ist. Aehnlich entsandten in der katholischen Kirche alle Nichtigen religiones einen Vertreter in die Kurie. Dieses Prinzip, daß der Aufbau der Organisation interterritorialer Verbände in jedem Lande der gleiche ist, finden wir auch bei der katholischen k-rche weitgehendst verwirklicht. Das darf nicht dazu führen, daß der Inhalt »ier Arbeit nun in jedem Lande gleich sein muß, das kommunistische Beispiel 205

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