Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 8 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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der Weltorganisation zu gelangen, ohne die Parteikonventikel zu durchschreiten ihre Kräfte in dem spießerhaften Parlamentspiel der Ortsgruppen ver- -ctteln. zu müssen. Die Vorteile einer solchen Einfügung müssen sich bald sowohl für das KJV. wie für die Organisation zeigen- Die in den Arbeitsgruppen erzogenen Bundesbrüder werden als Inaktive und Alte Herren den Weg fortsetzen können, den sie als Füxe begonnen haben. Es wird keiner gewaltsamen und immer mißglückenden Erziehungsversuche bei den Aelteren -ehr bedürfen. Daß diese Arbeitsgruppen sich in der Art zu arbeiten von anderen Ortsgruppen unterscheiden werden, ist selbstverständlich, Nach außen sind sie dazu bestimmt, den besonderen Geist der zionistischen Jugend Ausdruck zu verleihen. Sie sollen, nicht mit dem Ballast der Gewohnheit belastet, neue Mittel und Formen der Propaganda finden. Sie sollen Initiative entfalten und dafür sorgen, daß die zionistische Propaganda in jeder Generation von Angehörigen dieser Generation getragen wird. Nach innen aber soll diese Jugend mit der Geschlossenheit auftreten, die notwendig ist, um zu verhindern, daß der unheilvolle Parteigeist, die in einer -relativ kleinen Organisation noch schlimmer als in Staaten wirkende Zerrissenheit der modernen Demokratie mit all ihren Mißständen sich weiter ausbreitet. Einzelunternehmungen wie Barak etc., deren Wirkung in ihrer Unverbrauchtheit, deren Gefahr in monomaner Uebertreibung liegt, können in dieses System gut eingefügt werden. Daß die Arbeitsgruppen, die in den meisten größeren Städten gebildet werden können, und die nicht bündische Jugend vom 15. oder 16. Lebensjahre erfassen sollen, andere Formen der Organisation wie Schülerbünde etc. nicht ausschließen, bedarf keiner Begründung- In ihnen und nur in ihnen aber werden Propagandisten, werden Redner und Sammler, werden Funktionäre herangebildet werden. Seien wir uns klar darüber, daß die Einfügung der Jugend in die Organiution jeder Organisationsreform vorausgehen muß. Es ist sinnlos, Institutionen ^neugestalten, in denen alte Menschen sitzen. Nur die zionistische Jugend *ird die notwendige Form der Organisation an Haupt und Gliedern durch- 1 hren. Oder die zionistische Organisation wird ein oder zwei Generationen '■cht überdauern. Stirbt sie aber vorzeitig, wird sie als Instrument des Auf- 'rtuwerkes in Palästina und der nationalen Erneuerung nicht ersetzt werden 'önnen. iur Neuorganisierung des Zionismus. Grundlegende Bemerkungen. ';n Heinz Wydra. Kaum je eine Zeit war für die zionistische Propaganda günstiger, als die Das Schicksal der Juden in Deutschland ist in einem gefährlichen! je ungewiß, in Palästina dagegen sehen wir wirtschaftlichen Aufstieg, poli- -^e Stabilisierung. Man sollte erwarten, daß sich der übergroße Teil der J'Sehen Juden jetzt zum Zionismus bekehre. In Wirklichkeit ist dies jedoch ' 1)1 im entferntesten der Fall. £s würde zu weit führen, hier allen Ursachen des Versagens nachzuspüren, "Reilos sind geistige, menschliche, politische Mängel zu einem großen Teile ■ diesem Versagen schuld. Selten ist im Leben nur eine einzige Ursache für Ts vorhanden, nur die ganze Vielfalt des Geschehens ist wir-:lieh als Urv ^e zu bezeichnen. 201