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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Ideologie und Praxis hielten, in steigendem Maße von Außenarbeit jeder Art geredet. Aber sobald sie ins Werk gesetzt wird, spürt man, wie wenig $ie den Bundesbrüdern liegt. Würde der Widerstand dagegen nur auf dem Gesetz der Trägheit beruhen, wäre er leicht zu nehmen. Aber er geht zum Teil gerade von den Besten und Nachdenklichsten aus. Diese, ihrer Wesensart nacb unpolitisch, dem Lärm und der Oberflächlichkeit politischer Propaganda abgeneigt, erkennen wohl grundsätzlich die Notwendigkeit von Propagandaarbeit an. Sie verworfen aber die Technik der Politik, sie lehnen ihre ihres Erachte^ ungeistigen und unlauteren Mittel ab, und möchten Ortsgruppen in einer Form bilden, in der man nur geistige Zirkel schaffen kann. Sie sagen unseren jungen Menschen, der Zionismus sei mit anderen politischen Bewegungen niclit zu vergleichen, er unterliege daher anderen Gesetzen. Für ihn sei nie die Quantität, immer die Qualität entscheidend. Welch grundlegender Irrtum! Man kann eine Idee, zu der man sich bekennt, für schöner und reiner halten als die Ideen der Umwelt, man kann sich ihrer Eigenart bewußt sein, man kann den Satz verwerfen, daß der Zweck die Mittel heilige, und muß gerade dann verstehen, die richtigen Mittel zu wählen, um ihr die Macht zur Verwirklichung zu geben. Dies ist nur unter Ausnuntzung aller politischen Triebkräfte möglich, durch Hindrängen zur Quantität, durch Hinstreben zur politischen Macht. Eine Bewegung kann man nicht in die Grenzen der eigenen Natur sperren. Man kann nicht auf Grund eigener Neigungen und Abneigungen ihr ein bestimmtes Verhalten, eine bestimmte Taktik aufzwingen wollen. Vielleicht sind diese Menschen Zionisten geworden, weil sie so sind, aber wollen sie den Zionismus nach ihrem Bilde gestalten, so verwandelt er sich aus einer Volksbewegung in eine aesoterische, unpolitische Gruppe, die niemals seine Ziele verwirklichen wird. Politisch arbeiten, heißt sich an ein Größeres hingeben, dessen Wesen wir wohl erkennen, aber nicht bestimmen können. Wir müssen für das jüdische Volk im wahren Sinne des Wortes zu leben wissen. Wir müssen mit aller uns innewohnenden Leidenschaft dahin streben, daß die Bewegur^ wächst und wächst Das könnnen wir nur, wenn wir über die Grenzen unseres Wesens und Empfindens hinausschreiten, wenn wir uns selbst zu überwinden verstehen. Nur so, aber auch nur so wird der Zionismus sich in der Welt der Tatsachen durchsetzen können. II. Die Methode der hier geforderten politischen Erziehung ist nach den jeweiligen Bedürfnissen der zionistischen Organisation zu wählen. Sie brauch nicht starr, sie muß sogar wechselnd sein. Vor allen anderen Aufgaben abc muß die eine durchgeführt werden, das KJV. von heute als Ganzes in die z10' nistische Organisation einzufügen und es zum Kern einer großen o r g a n1' s i e r t e n zionistischen Jugend zu machen. Auf diesem Wege sollen die ncU' gebildeten Berliner Arbeitsgruppen des KJV. einen Anfang bedeuten. Es so! damit bewirkt werden, daß die jungen KJV.er eine Basis haben, von der au> jeder einzelne sich seinen Weg in der Organisation suchen kann. Es soll ferncdamit erreicht werden, daß innerhalb der BZV. eine zionistische Jugend zU' Geltung gelangt, die unbeschadet der innerzionistischen Parteizugehcrigkc" lernt, das Ganze im Auge zu behalten und als geschlossene Gruppe für d.f Organisation zu wirken. Und endlich wird den KJV.ern auf diese \V«!sß Möglichkeit gegeben, in die gewählten Organe der BZV., der ZVfD. und datf-' 200

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