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Der jüdische Student · 1932-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1932)
Date
1932-07-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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Verantwortung belastete und sie immer zu sifsertrumpfen suchende KPD. nicht zu machen brauchte, war eine selbstverständliche Folge des Umstandes, daß sie nie allein regierte. Was oben von Koalitionen mit dem Zentrum gesagt wurde, gilt auch hier. Nie hat die Sozialdemokratie" die parlamentarische Mehrheit gehabt, um Staat und Wirtschaft aach ihren Grundsätzen zu gestalten. Mit Recht aber haben wir Juden ihr auf Grund ihres Programmes absoluter Gleichberechtigung Vertrauen entgegengebracht. Beamte, die unserer innerjüdischen Richtung angehören, hat sie gegen alle die zahlreichen Angriffe, zu denen auch eine uns wohlbekannte jüdische Stelle fleißig Material lieferte, geschützt; die Regierung Braun-Severing hat den Ausländern, also auch den Ostjuden gegenüber eine humane fremdenpolizeiliche Praxis geübt. Sie ist ein sicherer Schutz unserer Rechte bis heule gewesen. Vor uns liegt eine Entscheidung von schicksalhafter Schwere. Es geht um unser Leben und unsere Existenz. Ist dem gegenüber wirklich der Vorwurf des „Bonzentums" ein Argument von irgendwelcher Bedeutung? Selbst wenn die SPD. auch hier und da politische Fehler gemacht haben mag — vielleicht hätte sie in den ersten Jahren rücksichtsloser und wirksamer sozialisieren sollen -— heute gilt es, alle Kräfte zusammenzufassen und die Wucht der Gegenwehr gegen den Angriff der Reaktion nicht durch kleinliche Argumente zu hemmen. Wir erwarten von jedem unserer Brnndesbrüder» daß er seine Pflicht tut. Es ist kein Kleines, dafür zu kämpfen, daß nicht 150 Jahre nach den Gedanken der Enzyklopädisten die Ideen voa Freiheit und Gleichheit zum alten Eisen geworfen werden. Aber bei aller Pflichterfüllung hat uns die Entwicklung der letzten Jahre erneut bewiesen, auf wie schwankendem Boden wir auch da stehen, wo die überwältigende Mehrheit unserer jüdischen Brüder * ~ser Schicksal für absolut gesichert Melt. Trotzdem arbeiten wir. Den Mut zu dieser Arbeit gibt uns die Ueberzeugung von der Lebenskraft unseres Volkes. Wir haben Torquemada überdauert. Wir haben in unseren Tagen an dem Anfang der Realisierung des Traumes unserer Väter in der uralten Heimat mitarbeiten dürfen. Wir wissen, daß wir ein ewiges Volk sind. Wir werden auch Hitler überdauern. Berichte des Präsidiums Palästina-Ressort. Die Arbeit der verflossenen drei Monate stand sowohl wirtschaftlich als auch politisch im Zeichen der sich immer schärfer zuspitzenden Krise, Außer _den sofort in Angriff zu nehmenden Aufgaben finanzieller Art wie Treidel etc., auf die ich noch später zurückkommen werde, galt es, in kürzester Frist einen laufenden Kontakt mit unseren Bundesbrüdera drüben oder anderen wegen Uebersiedlung und Berufsberatung in Frage kommenden Instanzen zu schaffen* Daß es zu gleicher Zeit jedoch noch notwendig ivar, bei einigen Bundesbrüdern primitivste zionistische Erkenntnisse zu vermitteln, bewiesen mir Art und Io' halt zahlreicher an mich gerichteter Schreiben- Die erzieherische Aufgabe unseres Bundes sollte meiner Meinung nach darin bestehen, klarzulegen, daß "nur der Zionismus Quell unseres Strebens nach Palästina sein darf, nicht 186

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