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Der jüdische Student · 1932-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1932)
Date
1932-07-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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anschauung nach wie vor einen wichtigen Teil unseres nationalen deutschen Bildungsgutes darstellen soll." „Der Bezeichnung unserer Liste widerspricht es auch nicht, daß die jüdischen Eltern bei 170 jüdischen Kindern auf unserer Schule 3 Sitze von 13 erhalten." Die Zitate sprechen für sich. Der Centraiverein hat eine bestimmte Parole ausgegeben. Diese Parole ist befolgt worden. Die Gegenpartei hat den jüdischen Zuwachs freudig begrüßt, ohne auch nur eine einzige Konzession zu machen. Der „gesetzlich festgelegte christliche Charakter" bleibt gewahrt. Die Liste kämpft hierfür. „Die christliche Weltanschauung" bildet „nach wie vor einen wichtigen Teil" des „nationalen deutschen Bildungsgutes*." Viel deutlicher kann man schon nicht sprechen. Paris war, nach einem bekannten Wort, schon eine Messe wert. Für wen wurde hier das Opfer gebracht? Der Teufel Sozialdemokratie soll vertrieben werden, der weltliche Schulen und das bürgerliche Bildungsmonopol zerbrechen will. Den Satan „Schulaufbau" galt es zu vernichten, der statt chauvinistischem und klerikalem „deutschen Bildungsgut" sozialistische Humanität will, der der Kriegsverherrlichung die Friedensliebe, dem Militarismus den Pazifismus gegenüberstellt und Klassenkampf von oben durch Klassenkampf von unten ersetzt. Gegen diesen Schulaufbau kämpft die christlich-unpolitische Liste — man les.e nur die Hugenbergpresse. Und obgleich diese Liste ausgesprochen antijüdische Züge .aufweist, obgleich sie auch gegen das Bürgertum kämpft, das jüdisch ist, schloß sich ihr das jüdische Bürgertum an, weil es die bürgerliche Existenzbedrohung für schlimmer erachtet als die jüdische. Aus dieser Panikstimmung heraus läßt es die Grundlagen des jüdischen Bürgertums unbeachtet, übersieht die wirtmb««^ Günther Glaser. Am 19. 6. 1932 starb Gunther Glaser in Hindenburg O.^Schl. an einem Herzschlage im Alter von 34 Jahren. Als die Kunde von seinem plötzlichen Hinscheiden zu uns drang, wollte niemand die Nachricht glauben, unser lieber „Gunthus" war für uns alle das Symbol von Lebensfreutie und Lebenslust. Und doch trug dieser scheinbar so robuste Mensch den Keim des Todes in sich. Nur wenige seiner vertrauten Freunde wußten es, daß ein an* geborener Herzfehler die Lebenszeit von Günther Glaser begrenzte. Er wußte es, wie es um ihn stand. Aber er zeigte es nicht So war er ein Held, ohne sich seines Heldentums zu rühmen. Mit ihm ist ein aufrechter, grundehrlicher Bundesbruder dahingegangen. In unserem engeren Freundeskreise ist eine schwer zu schließende Lücke entstanden. Herbert Pogorsdiefsfcy, Breslau. A. H. Zephirah. ^m^^^^^^^^^m^^^mm^m^^^^^^^^^^ 180

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