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Der jüdische Student · 1932-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1932)
Date
1932-07-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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Gleiche ist, Assimilation als politisches Mittel ist der bewußte gesellschaftliche Vorgang innerhalb der jüdischen Gesamtheit, oder noch präziser: innerhalb bestimmter jüdischer Klassen, sich einer gesellschaftlichen Gruppe oder Klasse anzugliedern, die nicht jüdisch ist. Sie ist das Bestreben, sich der zwar gleichen, aber anders nationalen Klasse einzuordnen. Der assimilatorische füdische Bourgeois assimiliert sich der deutschen Bourgeoisie — um seiner Stelfsnig als Bourgeois willen. Der assimilatorische jüdische Kommunist assimiliert sich dem deutschen Proletariat — um seines Proletarierseins willen. Im ersten Falle sprechen wir von weißer, im zweiten von roter Assimilation. Dem Positivum der bewußten Tendenz liegt jedoch eine Negation zugrunde. Der assimilatorische jüdische Bourgeois vernachlässigt bewußt und leugnet gnEzklsätzlich die Besonderheit der jüdisch-bourgeoisen Situation. Ebenso negiert der assimilatorische jüdische Prolet prinzipiell die Existenz einer jüdisch-proletarischen Problematik. Beide stellen also nicht die ilsrer Klasse entsprechende Politik auf die soziologischen Besonderheiten ihres Volkes ab, sie versuchen noch nicht einmal, ihren politischen Kampf auf. dem Fundamente der e i g e n n a t i o n a 1 e u Produktionsverhältnisse aufzubauen. Ihre Klassenpoliiik ist daher assimilatorisch und nicht national. Diese theoretischen Feststellungen können vielleicht nicht besser illustriert werden als durch die Analyse gewisser Erscheinungen der jüngsten Zeit, eines Beschlusses des Preußischen Landtags vom 2-L Juni 1932 und der Elternbeiratswahlen an den Berliner Schulen am Sonntag, den 26. Juni 1932. 1.) In der Nacht vom 24. zum 25. Juni gelangte ein Antrag der nationalsozialistischen Fraktion des preußischen Landtages zur Abstimmung und Annahme. In diesem Antrage wird ,,das Staatsmimsterium ersucht", die Reichsregierung zum Erlaß einer Notverordnung zu veranlassen. Inhalt dieser Notverordnung soll u. a. die Aenderung der EiEskommensteuerstaffelung sein. Gleichzeitig stellt dieser Antrag unter Punk 4 folgende Forderung auf, „die gesamten Vermögen der seit dein IL August 1914 eingewanderten Ostjuden als unsittliche Bereicherung einer produktiv nicht arbeitenden, sondern raffenden Rasse zu Lasten des jfeknechteten deutschen Volkes in Preußen sofort restlos zu beschlagnafaien und nach einem binnen drei Wochen von der Staatsregierung im. Landtag vorzulegenden Gesetzentwurf der Arbeitsbeschaffung dienstbar zu machen." Die Presse berichtet hierzu: „Dieser Antrag, der erst gegen 5 Ulir msangeas zur Beratung kam, wurde schließlich mit den Stimmen der Nationalsozialisten und Kommunisten angenommen." Der jüdische Kommunist und Sozialist ist grsmds ätz lieh ein Anhänger der entschädigungslosen Enteignung des jüdischen Besitzes, er bejaht „die Expropriation" auch der jüdischen „Expropriateure4". Wann aber, zu welchem Zeitpunkt der gesellschaftlichen Entwicklung des füduschen Volkes und unter welchen politischen Umständen und Formen diese Expropriation, die ihrem Wesen nach revolutionäre Umwälzung des jüdischen gesellschaftlichen Lebens ist. zu erfolgen hat, ist den nationalen jüdisdben Sozialisten und Kommu- 175

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