Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 6-7 (Juli 1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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das KJV.f abgesehen von den bekannten allgemeinsten Formulierungen Andererseits ist jede produktive Arbeit unmöglich, wenn nicht alle Mitarbeiter auf einer gemeinsamen Basis das Gefühl haben, daß sie nicht allein stehen Man muß sich also entscheiden und kann die Arbeit im KJV. auf eine Gruppe stützen, die horizontal durch alle Verbindungen geht und mit klarem Programm dem KJV. die Richtung vorschreibt. Wenn sie groß genug ist, werden Distanzierungen von ihr keinem etwas schaden. Wenn wir alle die geistige Arbeit, die in der Aufstellung von Erziehungsprogrammen liegt, [wer ist eigentlich dafür verantwortlich, daß sie niemals durchgeführt werden?) für Vorbereitung aufgewendet hätten, es gäbe mehr bei uns, die unsere Aufgaben leichter lösen könnten. Was hier dargestellt ist, kann selbstverständlich nicht für das gesamte KJV. von Bedeutung sein, sondern nur für den Teil, der aus der Aktivität heraus ist. Für ihn aber beginnt, im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Ansicht, erst die wichtigste Arbeit. Zu deren Einzelheiten läßt sich sehr viel sagen. Die Tendenz bleibt davon unberührt. Ueber Einzelheiten wird Zeit sein, zu sprechen, wenn die Richtung geändert ist. III. Ob unser Weg der richtige ist, ob unsere Zeit schon gekommen ist, ob wir uns in größere oder andere Zusammenhänge einordnen müssen, diese Fragen werden nie verstummen. Nicht Feigheit und nicht geistige Trägheit läßt uns darüber hinweggehen, sondern: Der Weg ist bereits beschritten, der Anfang gemacht, und wir wollen nicht mehr zurück. Wir wollen das Werk, wenn es sein muß, auch gegen die Logik fortsetzen. Vielleicht haben wir Glück. Bin Briefwechsel An das Präsidium des KJV., Liebe Bundesbrüder! Berlin, 14. Juni 1932. Wenn ich Euch „Bundesbrüder" tituliere, so ist dies mein letzter Akt langjähriger Bundesbrüderlichkeit. Denn dieser Brief bedeutet nicht mehr und nicht weniger als meinen Abschied vom KJV. Ich nehme ihn nach etwa 25 jähriger Zugehörigkeit zum BJC.-KJV. schweren Herzens. Aber weil ich unter Bundesbrüderlichkeit männlich-ehrliche Gesinnungsfreundschaft stets verstand, muß ich heute den Mut und die Kraft zur letzten, bitteren Konsequenz aufbringen, da ich die KJV.-Gesinnung nicht mehr zu teilen vermag. Ich bin nach langen, nicht leichten inneren und äußeren Kämpfen zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Zionismus den diversen Judenfragen und vor allem der Judennot keine Lösung zu bringen vermag. Wir hören immer wieder und gerade jetzt begeisternde Berichte über das jüdische Leben in Palästina. Und zweifellos ist es jüdischer, schöner, freier, am Jordan seine Tage zu leben als am nationalsozialistischen Rhein. Zweifellos hat der Zionismus Unerhörtes geleistet in Palästina und außerhalb Palästinas, es ist unnötig, das hier uns zu definieren. Nur — alles Das und alles, was i° menschlich absehbarer Zeit und in menschlich absehbarem Grade zu erwarten ist, ist nicht und kann nicht sein die Lösung der Judennot. Im besten Falle bedeutet es die Lösung für die Juden, die als vom Glück Auserwählten des vom 170