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Der jüdische Student · 1932-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1932)
Date
1932-07-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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politischer und wirtschaftlicher Situationen gehören; wenn wir die Zuverläs- . sjgkeit, Unterordnung und Solidarität besitzen, um im gegebenen Moment geschlossen auch den letzten Einsatz zu geben, dann besitzen wir einen ungleich Roheren Wert für den Aufbau. Der gesunde Menschenverstand allein wird nicht allen Erfordernissen gewachsen sein. Diese Schulung ist Aufgabe des KJV. an allererster Stelle. Sie geht bewußt aus von der Zweckbestimmung, uns für eine besondere Aufgabe vorzubereiten und weicht von dem Arbeitsinhalt, den wir uns unbelastet geben würden, ab. Das rein Bildungsmäßige tritt zurück hinter der Auswertung für unsere spezielle Situation. Das Präsidium leitet diese Arbeit mit klarer deutlicher Zielbestimmung und stellt dort, wo sie fehlen, geeignete Bbr. Bbr. zur Verfügung. Der JSt. muß in den Dienst einer planvollen Erziehungsarbeit gestellt werden und dem meist unkritisierten Nebeneinander der Stimmen muß jedesmal die Meinung des Präsidiums gegenübergestellt werden (z. B. in Form eines Leitartikels), so daß wir zu einer wirklichen Auseinandersetzung kommen, an der sich dann auch viel mehr Bundesbrüder beteiligen werden. Voraussetzung einer solchen Arbeit ist Blick und "Hoffnung in unsere Zukunft. Die Auseinandersetzung mit der Umwelt und unsere Stellung zu ihr wird auf unabsehbare Zeit eine Notwendigkeit für uns sein und es sollen sich immer wieder Bundesbrüder finden, die hierbei unsere Wortführer sind. Trotzdem, Abkehr von der übermäßigen Belastung mit den Problemen der Gegenwart und ihrer Entwicklung, die unseren geschlossenen Widerstand schon aus natürlichen Bedingungen findet, uns aber niemals in" diesem Maße in Anspruch nehmen darf! Solange wir nicht herüberkönnen, stehen wir in Bereitschaft. Bereitschaft ut nicht durch Abgabe einer Erklärung gegeben, sondern Funktion der Verwendungsmöglichkeit. Wenn wir einmal 5 Jahre brauchen werden, um den Anschluß an das palästinensische Leben zu finden, wenn wir in jeder Situation unseren Gefühlsausbrüchen oder irgend einer Propaganda erliegen, wenn uns einmal das Material für Urteilsbildung fehlt, wenn wir aus mangelnder laufender Beobachtung der Verhältnisse Fehler machen, — trotz aller Uebersiedtang, sind wir dann in Bereitschaft gewesen? Ueber solche Bereitschaft hinaus gibt es schon jetzt und hier für viele Arbeitsmöglichkeiten, die einer speziellen Ausbildung und auch unmittelbar dem Aufbau dienen. (Vgl. z. B. den Aufsatz von Bbr. Nagler im JSt. 1 S. 29). Aber warum hört man sich solche Vorschläge nur immer an, ohne, selbst auf die sichere Gefahr hin, daß dabei Fehler gemacht werden, etwas zu vergehen; und dann auch darüber zu berichten. Wir wollen mehr und genauere Berichte hören. (Vgl. hierzu das Rundschreiben des Pal.-Ressorts vom 16. 6., ln dem der Beitrag für den Rosenberg-Fonds gefordert wird. Es enthält so a"ßcmeine Angaben über „das mehrfache an Gesuchen", daß es kein besonders Interesse weckt.) Bei jeder Arbeit im KJV. muß man sich darüber klar sein, daß keine Zielsetzung und kein Arbeitsinhalt die Zustimmung aller finden wird. Stets Werden sich bei uns die Menschen nach persönlichsten Momenten scheiden. ie Stärke der Gebundenheit an europäischen Stil und Lebensmöglichkeiten, arnilienbindungen, Gegensätze der Lebens-Chancen, unmögliche Realisationen, a^ das wird uns immer scheiden. Es gibt also keine gemeinsame Formel für 169

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