Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 6-7 (Juli 1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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das, was es nicht enthält, auf den ganzen Eindruck. Es sei kommentarlos wiedergegeben. JSt. 2 S. 40. Bericht des Präsidiums auf KT.: „Die Palästinaarbeit ist in diesem Jahre sehr zu kurz gekommen . . . Wir haben uns vergeblich bemüht, einen geeigneten Leiter des Pal.-Ressorts zu finden. Wir lesen weiter im JSt. Nr. 5 im Aufruf zum Camp:- „Wir werden uns dabei auch sehr ernst mit den inneren Fragen des Kartells zu beschäftigen haben, da das Präsidium der Ueberzeugung ist, daß nur eine geschlossene und zu zionistischer Aktivität bereite Gruppe von Menschen . . " Achtung! „ . . in dieser Situation überhaupt die Möglichkeit zu ernster, auch jeden einzelnen befriedigender Arbeit hat." Zu unserer Befriedigung das große KJV.? Was ist denn diese ernste Arbeit, zu der wir gerade die Möglichkeit haben? Man lese auch noch einmal den Aufruf des neuen Präsidiums im JSt. 3 S. 65: Zum neuen Kartelljahr. Man hat das Gefühl, als ob ein Kind die ersten, schüchternen Gehversuche macht. Hier werden unsere Beziehungen zum Zionismus nicht dargestellt, um bestimmte Aufgaben abzuleiten, sondern als Grunderkenntnisse neu formuliert: „Es gilt nicht nur zu erkennen, daß der Zionismus heute genau wie vor Jahren, die Lösung der Judenfrage darstellt, 'es ist notwendig, dieser Erkenntnis nach zu handeln und sein Leben zu gestalten." (Wie, wie?) „Nur der wird den Ideen der Umwelt und ihren assimilatorischen Gefahren widerstehen können, nur der wird erfolgreich für* unsere Idee werbend auftreten können, dem der Zionismus letzte Entscheidung und radikale eigene Verpflichtung geworden ist." Uns aber ist schon längst Zionismus letzte Entscheidung geworden. Wlir wollen doch endlich einmal weiter. Solche Erklärungen gehören in die Fuxenstunde. Auf dem KT. hat das Präsidium sie vorauszusetzen und wird mit dieser Haltung wahrlich mehr Leute zu sich herüberziehen. n. Wir gehen davon aus: Aufbau unseres nationalen Heims in Palästina erfordert unsere Mitarbeit an allen politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Fragen des Landes, unabhängig von dem Ort, an dem wir uns befinden. Nach unserer Uebersiedlung wird sich die Form der Mitarbeit, nicht ihr Charakter ändern. Dieser Aufbau, der solange ein Experiment bleibt, als wir keinen garantierten und ausreichenden Entwicklungsraum zur Verfügung haben, darf nicht zusammenbrechen. Damit schalten wir die persönliche Willkür für den Zeitpunkt und die Dringlichkeit unseres Einsatzes aus. Dagegen können wir vorläufig noch die Form seines Einsatzes jedem überlassen. Bei aller Achtung vor Zahlen wird doch keiner von uns seine Mitarbeit am Aufbau in der Uebersiedlung allein sehen. Das hieße, die Zahl der Palästinenser um 1 zu vermehren, und die Zahlen, die wir zu bieten habe*1' schließen ihre besondere Bedeutung aus. Andererseits sind wir nicht so anmaßend zu glauben, daß wir ausersehen sind, eine besondere Rolle zu spielen- Wenn wir nach Palästina eine Schulung mitbringen, die den besonderen Problemen unseres im Aufbau befindlichen Volkes gewachsen ist und tins ermöglicht, unsere Eingliederung in kürzester Zeit vorzunehmen; wenn wir #e Grundlagen mitbringen, -die zur sachverständigen und vernünftigen Beurteilung 168