Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 6-7 (Juli 1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Klare Fronten! Von Leo Bab, Ruder-VJSt. Abgesehen von den Fassungen, die?lles und daher nichts bedeuten, verstehen wir unter „Erziehung" meist Fuxenerziehung und besitzen bereits ca. 6 im JSt. veröffentlichte, sorgfältig ausgearbeitete Programme- Man darf also hoffen, daß die auf dem Camp beabsichtigte Debatte über KJV.-Erziehung sich mit der Weiterentwicklung der Bundesbriider im Zionismus beschäftigen wird. Daran ist schließlich die Mehrheit der Bundesbrüder interessiert. Trotzdem sind die Veröffentlichungen darüber nicht immer sehr glücklich formuliert, noch sehr klar, konsequent und mutig. Die inoffizielle Antwort sieht oft so aus: Da die wirtschaftlichen Möglichkeiten in Palästina unsere Uebersiedlung ausschließen, so stehen wir hier zur Verfügung der Fonds, lernen hebräisch und keilen, vergrößern also das Reservoir der Anwärter, die auf Gelegenheit zur Uebersiedlung warten. In dieser Antwort liegt ein Fehler, da, wenn die Uebersiedlung als beinahe einzige Form zionistischer Bewährung hingestellt wird, ihre unmögliche Ausführung zum reichlich tatenlosen Abwarten zwingt. Das ist in der Tat der Zustand vieler Bundesbrüder. Wir fragen zuerst, ob Aufbau nicht mehr fordert als Fortsetzung unserer Arbeit auf palästinensischem Boden. Selbst wenn die Frage, ob Aufbau schlechthin oder in bestimmten Formen, beiseite gelassen wird, geht der Begriff des Aufbaues viel weiter. Definition des Aufbaues und die Dringlichkeit unserer Mitwirkung werden nun von der Grundhaltung der Bundesbrüder bestimmt, von der Blickrichtung, die sie in die Zukunft haben. Diese bestimmt auch ihr Verhältnis zur Gegenwart und den Maßstab für die Bedeutung aller Ereignisse. Wenn wir beginnnen, uns aus dem JSt. eine solche Grundhaltung herauszusuchen, stoßen wir auf ein Tohu-Wabohu von Stimmen, zu denen meist die Stellungnahme ausbleibt. Von einer bestimmten Richtung, in der die Erziehung ausgeübt werden soll, ist nichts zur spüren. In den wichtigsten Fragen finden wir nur eine Gegenüberstellung von subjektiven Meinungen, Wir sind uns unklar über unsere Einordnung in die zionistische Arbeit, über das, was gefordert werden darf, über die Bewertung unser Umgebung, wir haben noch nicht einmal eine gemeinsame Basis für das, was wir von der Zukunft hoffen. Aus dem JSt. dieses Jahres seien dazu einige Zitate gegeben: JSt. 1 S. 2. Walter Katschke über die Aufgaben des KT.: In der augenblicklichen Situation Mist es Aufgabe des Kartells, den Einzelnen geistig und, soweit möglich, auch wirtschaftlich zu stärken. Eine Neuorientierung in politischer und kultureller Beziehung ist ebenso wie eine Neuorientierung in wirtschaftlicher Beziehung geboten/' 4 Gebiete scheinen ihm für den KT. wesentlich zu sein: 1. Festlegung der Außenpolitik des Kartells (CV, soz. Studenten, Gemeindepolitik usw.) 2. Quellen zionistischer Erziehung 3. Ideologische Auseinandersetzung mit Sozialismus und Nationalismus 4. Wirtschaftsprogramm. Bei der Beurteilung dieses Programms kommt es nicht darauf an, ob das eine oder andere wichtig ist, sondern auf den Geist, d. i es ausstrahlt, auf 167