Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 5 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537829-3537834--8371-3546430- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Schlußwort, Wenn man das Ergebnis dieser Debatte zusammenfassen -will, so kommt man dazu, daß — und das dürfte die überwiegende Ansiebt der beiden Partner beute sein — eine „Parallelität der Entwicklung" unter gegenseitiger Unter- Stützung gefordert wird, daß man jedoeb ein. Aufgeben der ZiSt. im K.J.V ablehnt. Meines Eracbtens ist jedoeb allen Aeußerungen, zu denen icb im einzelnen garniebt Stellung nebmen will, gemeinsam, daß sie mit dem beutigen Tage gewissermaßen schließen und sieb mit der weiteren Ausgestaltung der Arbeil der Frage, wie sieb diese Zusammenarbeit nun eigentlich abspielen soll, niebt beschäftigen. Hier aber wäre, wie icb glaube, sehr ernsthaft weiter zu überlegen und insbesondere in den Leitungen beider Organisationen sollte man sich gemeinsam darüber klar werden, auf welchen Gebieten und in welchen Formen sich die Zusammenarbeit vollziehen soll. Begnügt man sich | mit der Feststellung der „Parallelität", so wird diese sehr bald nach den bisherigen Erfahrungen zu einer Auseinanderentwicklung, sicher aber zu einem völlig ungeordneten, an den einzelnen Orten verschiedenen Verhältnis zu einander führen, das auch zionistisch durchaus nicht wünschenswert ist. Die Konflikte und Zweifelsfragen in der praktischen Zusammenarbeit treten, wie wir aus Erfahrung wissen, täglich auf und eine zentrale, einheitliche Regelung erscheint mir dringend notwendig. Dabei ist, wie icb glaube, zunächst von sachlich zionistischen Gesichtspunkten auszugehen. Selbst der größte Gegner dieser Arbeit wird nicht leugnen können, daß hier durch die Mitarbeit des jungen Kartells eine zionistisch außerordentlich wichtige Aufgabe erfüllt oder zu mindesten der Erfüllung näher gebracht worden ist. Dabei erscheint mir aus den programmatischen Ausführungen von Herta Perlstein besonders wichtig und begrüßenswert die Tatsache, daß sich die ZiSt. nicht etwa mit einer einfachen Uebertragung der allgemeinen zionistischen Aufgaben aus dem Programm des K.J.V. begnügt hat, sondern vor allem versucht, sich ein Betätigungsfeld zu schaffen, das ihren Mitgliedern als Mädchen besonders liegt. Die Erkenntnis von der Andersartigkeit aber Gleichwertigkeit, die wir aus der zionistischen Diskussion der Judenfrage so gut kennen, ist auch hier anzuwenden und man sollte sie als Grundlage unserer gemeinsamen Arbeit festhalten. Man sollte auch unsere Bundesbrüder zu dieser Erkenntnis erziehen, und ich glaube, daß dadurch manche Konfliktstoffe, die in der heiklen Natur dieses Problems liegen, beseitigt werden können. H. G. Erziehung der Kinder deutscher Zionisten in Palästina. Von A. B. Liebe Bundesbrüder! Ich hoffe, daß gleichzeitig in der „Jüdischen Rundschau" ein Artikel mit dieser Ueberschrift erscheint,*) ich halte es aber doch für richtig, da£ *) Inzwischen in Nr. 42 vom 27. 5. erschienen. 154