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Der jüdische Student · 1932-06-01 · Heft 5 (Juni 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 5 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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glücklich erreichten Selbständigkeit der ZiSt etwas eu ändern, und ist sehr zufrieden damit, daß offenbar auch die Mehrzahl der ZiSt selbst an diesem Status, wie er sich nach und nach herausgebildet hat, festzuhalten gewillt ist. Zweitens: Man macht für die Gesamtheit von ZiSt und KJV, so wie sie nun einmal ist, den seinerzeit geplanten Versuch der Koedukation und wird damit bestenfalls -einen gemütlichen Pouesierklub ins Leben rufen, in dem es vielleicht allerdings auch sehr ungemütlich und streitbar zugehen könnte; denn es würden sicher nicht alle KJVer an einem solchen Klub Gefallen finden. Drittens: Man verringert durch sukzessive Ausschlüsse das KJV nach und nach auf einen kleinen Teil seines heutigen Bestandes und legt das also zusammengeschrumpfte KJV mit dem Rest der auf dieselbe Weise verkleinerten ZiSt zusammen. (Denn auch in der ZiSt sind sicher nicht alle für eine koedukatorische Gruppe so sehr geeignet!). Viertens endlich: Man macht von einer kleinen Elitegruppe aus, die aus den wenigen zu diesem Zwecke brauchbaren KJVern und Mädchen der ZiSt zusammengestellt ist, den Versuch, auf die überwiegende Mehrheit des KJV und vielleicht auch der ZiSt erzieherisch einzuwirken. Der letztere Versuch wäre ernsthaft zu diskutieren, wenn ZiSt und KJV die nicht schon ohnehin schwere Aufgabe ihrer zionistischen Pflichterfüllung hätten. So aber können wir uns auf ein Experiment, das wahrscheinlich das Interesse und die Arbeitskraft gerade der Besten und Aktivsten fast ganz in Anspruch nehmen würde, nicht einlassen, — zudem es wahrscheinlich mißlingen würde. Denn was nicht einmal die Erziehung in der Jugendbewegung erreicht hat — und man soll sich über die Resultate der Jugendbewegung gerade in diesem Punkte nur nicht täuschen, das würden wir, in einem Bunde von mindestens 18 jährigen, aL > doch schon sehr viel schwerer zu erziehenden Menschen sicherlich nicht schaffen. — Die Vorschläge 2 und 3 sind ernsthaft überhaupt nicht zu diskutieren; auch sie müßte man im Interesse unserer zionistischen Arbeit ablehnen. Da aber höchstens einige humorvoll Begabte diese Versuche vorschlagen würden, lohnt es sich nicht näher auf sie einzugehen. Es bleibt also die erste Möglichkeit: Man verzichte auf jede Form der näheren Gemeinschaft von ZiSt und KJV. Man lasse das vor das Licht der Oeffentlichkeit gezerrte Privatleben der Bundesbrüder wieder in das Dunkel zurückversinken, in das ein Privatleben, sofern es privat sein will, gehört. Man schließe endlich die im KJV lange und mit großer Heftigkeit, a°er nichts desto weniger völlig ergebnislos geführte ZiSt-Diskussion; die 2iSt ist ja ohne dieser Diskussion nähere Beachtung zu schenken, bereits Vernünftigerweise ihre eigenen Wege gegangen. Im einzelnen möge natürlich jeder KJVer, der sich dazu berufen fühlt, y~ und es gibt glücklicherweise eine ganze Anzahl solcher Bundesbruder in jeder Verbindung — versuchen, in privatem Umgange auf ihm nahegehende Bundesbrüder auch in diesem Punkte erzieherisch einzuwirken. *.,ne Garantie auf Erfolg beim Einzelnen und erst recht eine Generallösung ^leser Frage gibt es nicht, und das KJV darf nicht angesehen werden als aboratorium für derartig aussichtslose und dabei seine zionistische Arbeit jorende Versuche, die Konvente seiner Verbindungen nicht als Tummel- P *Ue für solche dauernd ergebnislosen Debatten betrachtet werden. 153

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