Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 5 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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s\e will. Es herrschen in dieser Hinsicht — wie ich glaube, besonders unter Jen Alten Herren — die merkwürdigsten Vorstellungen, und da die Argumente, die sich gegen diese Arbeit richten, in welcher Form sie auch immer gefeistet werden mag, hauptsächlich gefühlsmäßig sind, ist eine klare Darstellung des bisherigen Verlaufes dieser Arbeit unbedingt notwendig. Sachlich ist an diesem Punkte zum Verständnis des Nachstehenden zu ergänzen, daß die Gründung der ZiSt. eigentlich gleichzeitig von zwei Punkten ausgegangen ist, nämlich enmal von einer Mädchengruppe in Frankfurt a. M. in Zusammenarbeit mit einigen K.J.V.ern, und einmal von der Maccabaea-Berlin, die dort in kollektiver Verbindungsarbeit die erste Mädchengruppe ins Leben gerufen hat. Was sich die Bundesbrüder unter dieser Arbeit vorgestellt haben und wie sie sich entwickelt hat, erseht Ihr aus dem Folgenden. I. Bntstefiungsges&icfite und Programm der ZiSt. Von Hertha Perlstein. Die Zahl der jüdischen Studentinnen wuchs und war im SS 1930 z, B, in Frankfurt-Main so groß, daß man erzählte, ein Drittel aller Medizinstudenten seien jüdische Mädchen. Einige waren in jüd. Vereinen organisiert, wenige waren im Kadima, eine Anzahl war zionist. Jugendverbänden entwachsen und suchte ein Arbeitsfeld das begrenzter sein und mehr Möglichkeiten zu menschlicher Bindung bieten sollte, als die Ortsgruppe. Andere Mädchen hatten wenig vom Zionismus gehört, und manche waren geneigt, sich zu „informieren". Es ergab sich also die Notwendigkeit, die Studentinnen zionistisch zu erfassen und zu organsieren. Mirjam Grünstein und ich Hatten viel guten Willen und —• wenigstens, was mich betraf — wenig Erfahrung. Einige KJVer halfen uns bei der Gründung der Gruppe, Wie nötig und richtig eine solche Gründung war, beweist das rasche Ansteigen der MitgliederzahL Im W. S. 30 entstand außerdem, unabhängig von der Frankfurter, eine Gruppe in Berlin. Auf dem K. T. in Hamburg im Februar 1931 konstituierten sich die „Zionistischen Studentinnen" schon mit 7 Gruppen. Inzwischen sind noch zwei dazu gekommen. Die ZL St. hat heute etwa 140—150 Chawerot. Es stellte sich bald heraus, daß die Gruppen nicht unbedingt nur Studentinnen umfassen wollten und konnten. Darum wurde ein Artikel in die Statuten aufgenommen, der besagt, daß gleichartige und gleichaltrige Mädchen *u uns kommen können. Es gibt Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen, Verkäuferinnen, Kunstschülerinnen bei uns., Das eigentliche Gebiet der Werbung för die Idee jedoch ist die Hochschule. Zu Anfang war es gewöhnlich so, daß man Bekannte mitbrachte, die dann einfach „dazu" gehörten, viele Mädchen kamen auch aus eigener Initiative zu uns. Die Gruppen nahmen rasch einen zahlenmäßigen Aufschwung, in Berlin so rasch, daß die Werbearbeit zeitweise eingestellt Verden mußte. Die Zusammensetzung war ein wenig wahllos, und, da die Mädchen häufig durch „persönliche Fühlungnahme" der Chawerot für die . Gruppe interessiert worden waren, die Ablehnung eines Auinahmegesuches schwierig. Heute werben wir systematischer. Wir verschaffen uns Listen 141