Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 5 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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diesen Vergleich nicht zuzulassen. Er würde aber wahrscheinlich viel klüger tun, den Nationalsozialismus (so, wie ich es versucht habe) affektfrei als eine Bewegung zu sehen, die schließlich und letzten Endes doch auch ihre natürlichen und notwendigen Quellen hat, als sie ihr mit grundloser Ueberheblichkeit abzusprechen und vornehm, aber unglaubhaft Distanz zu markieren. K,J,V. und ZiSt. Eine Debatte- Vorwort von H. G. Diese Debatte ist die erste im J.St. geführte Aussprache über Fragen, die das Kartell und insbesondere die Aktivitas bewegen, wie ich sie in der ersten J,St.-Nummer "dieses Kartelljahres angekündigt habe. Ich habe damals bereits die Themen bekannt gegeben und zur Einsendung von Beiträgen ru den einzelnen Fragenkomplexen, deren Besprechung ich anregte, aufgefordert. Irgendwelchen Erfolg hat diese Aufforderung nicht gehabt. Es blieb mir also nichts weiter übrig, als mich an einige Bundesbrüder, von denen ich zufällig wußte, daß sie sich mit dem Problem beschäftigt haben, zu wenden, und deren Beiträge zu veröffentlichen. Die Unvollkommenheit, die die Debatte infolgedessen aufweist, habt Ihr Euch selbst zuzuschreiben. Man wird nicht sagen können, daß alle Standpunkte etwa vertreten sind, daß für die einzelnen Standpunkte wirklich wenigstens die wichtigsten Argumente aufgeführt sind, und daß sich ein vollkommenes Gesamtbild ergibt, aus dem man nun wirklich die Einstellung des Kartells ablesen kann. Es hätte an jedem Einzelnen von Euch gelegen, die Debatte zu vertiefen und neue Gesichtspunkte hineinzubringen. Wer dies noch nachträglich tun will* dem steht es frei, da ich die begonnene Diskussion gern fortsetzen will, wenn ein Bedürfnis dazu besteht. Vor allem aber fordere ich nochmals eindringlich zur Beteiligung an den -künftigen Debatten auf. Vielleicht lernt es das Kartell noch einmal, sich — wie auf allen Gebieten — auch in seiner Zeitschrift nicht nur Dinge immer wieder von einzelnen vorsetzen zu lassea, und in seinem Gros möglichst eingehend Kritik zu üben, sondern selbst aktiv unter Mitarbeit jedes Einzelnen sein Leben zu gestalten. An dem Thema der Debatte dürfte der Fehler kaum liegen. Ich weiß» daß das angeschnittene Problem im Leben vieler Verbindungen, nämlich überall da, wo Mädchenarbeit überhaupt gemacht wird, eine Rolle spielt Damit will ich keinesfalls behauptet haben, daß die Frage etwa die wichtigste und unser ganzes Leben entscheidend beeinflussende ist. Ich will sie auch durch eine solche Debatte keineswegs etwa dazu machen. Aber ich glaube, daß gerade auf diesem Gebiete einmal einiges ausgesprochen werden muß« was sich bisher nur in kleinem Kreise hervorwagte, und daß Offenheit hier dringend notwendig ist. Diese Klarheit ist das erste und wichtigste Ziel dieser Debatte. Deshalb sollen aus den Artikeln über die Entstehungsgeschichte und die Arbeiten der ZiSt. zunächst einmal die Bundesbrüder und insbesondere auch die Altherrenschaft darüber unterrichtet werden, was die ZiSt. eigentlich ist und was 140