Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 4 (Mai 1932)
- Date
- 1932-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3537599-3537829-3537833--8337-3546395- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachtrag zum K. T. Protokoll* Nachstehend bringen wir noch einen Teil des K.T.-Protokolls zum Abdruck, der aus Raummangel in der vorigen Nummer keinen Platz fand, jedoch seiner Wichtigkeit halber — er bezieht sich auf den Keren Hajessod — dem Kartell zur Kenntnis gebracht werden muß: Für die K.H.-Kommission wurden in Vorschlag gebracht die Bundesbrüder: Salli Hirsch, Georg Berlitz, Heini Strauß. Salli Hirsch bittet, von seiner Wahl in die Keren Hajessod-Kommission abzusehen: Ich halte eine K.H.-Kommission für überflüssig, die nur dem Präsidium Vorschläge zu machen hat. Wenn der Kartelltag überhaupt eine solche Kommission wählt, müßt Ihr ihr auch besondere Befugnisse geben* Ich habe keine Lust, wieder eine so unfruchtbare Korrespondenz zu führen. Entweder entschließt Ihr Euch dazu, dieser Kommission weitergehende Befugnisse zu geben, z. B. das Recht, diejenigen BbrM die sich hartnäckig der Keren Hajessod-Pflicht entziehen, aus den Listen des K.J.V. zu streichen» oder Ihr wählt gar keine solche besondere Kommission, Ich mochte hinzufügen, daß die Arbeiten dieser Kommission einen gewissen diskreten und vertraulichen Charakter haben müssen. Wenn sie gezwungen ist, ihre Feststellungen wieder vor das Präsidium zu bringen, wird der Diskretion und Vertraulichkeit keine Rechnung getragen. Und noch ein Hauptgesichtspunkt für meine Forderung: Das Präsidium hat eine solche Fülle von Arbeit zu leisten, daß diese personellen Dinge im Rahmen der Gesamtverbandlungen des Präsidiums zu kurz kommen und wir einen Erfolg unserer Arbeit nicht sehen werden. Darum bitte ich Euch, von meiner Wahl in die Kommission abzusehen. B 1 u m e n f e 1 d : Es ist Euch entgangen, daß eine Aenderung eingetreten ist in der Stellung des K.J.V. zum Keren Hajessod. Die Voraussetzung der Zugehörigkeit zum K.J.V. ist die Erfüllung der Keren-Hajessod- Pflicht. Die Kommission kann auf diesem Beschluß fußen. Das Präsidium ist nur die ausführende Instanz. Es ist verpflichtet, einen Bundesbruder sofort auszuschließen, wenn die Kommission es vorschlägt. Das Präsidium muß auf Grund der heutigen Beschlüsse in solchen Fällen ohne jede Rücksicht zum Ausschluß schreiten. Die Keren Hajessod-Kommissioa bat das Recht, ihr Amt niederzulegen, wenn das nicht geschieht. Paul Hirsch: Das alte Präsidium hatte deshalb in dieser Angelegenheit noch nichts getan, weil die Liste der Auszuschließenden erst kurz vor dem K.T. zum Abschluß gekommen ist. Das neue Präsidium wird diese 147 Mitglieder jetzt ausschließen müssen, Strauß: Ich möchte mich im Allgemeinen den Ausführungen von Salli Hirsch anschließen. Auch ich nehme das Amt nur an, wenn im Statut ge- ^gt wird: „Das Präsidium hat auf Antrag der Keren Hajessod-Kommission "higlieder aus dem Kartell auszuschließen/* Paul Hirsch: Ihr könnt dem Präsidium das Vertrauen geben, daß es auf Grund der jetzt geführten Debatte so verfahren wird. Ich bitte danach die Bbr.f das Amt anzunehmen. Die von Blumenfeld gegebene Auslegung wird vom Präsidium akzeptiert* le Kommission wird durch Akklamation gewählt. 125