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Der jüdische Student · 1932-05-01 · Heft 4 (Mai 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 4 (Mai 1932)
Date
1932-05-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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den Kommunismus die große Gefahr, vollständig vernichtet zu werden. Wenn das, was wir als .Judenfrage empfinden, aus unserem Inneren weggenommen ist, hört die historisch wirksame Kraft in uns auf. Wenn wir glauben, wir können uns eine Zeitlang von ihr dispensieren, geht es nachher nicht mehr» Die Judenfrage ist eine historische Kontinuität und nur in dieser historischen Kontinuität ist sie zu lösen. Deshalb muß der jüdische Mensch diese Frage bewahren gegen das prinzipiell Antihistorische, den Kommunismus. Es folgt ein ausführliches Schlußwort von Blumenfeid, das sich mit sämtlichen Diskussionsreden beschäftigt. Im Einverständnis mit Blumenfeld bringen wir nur eine kurze Inhaltsangabe. Blumenfeld stellt dar, daß die Reden in der Debatte nicht als Diskussionsreden, sondern als selbständige Ausführungen zu werten seien. Jeder Redner habe unabhängig von Referat und Korreferat seinen Beitrag geliefert. Die Darlegungen von Schloß hält Blumenfeld für unrichtig, abgesehen von den aus Jaspers „Die geistige Situation der Zeit" entnommenen Partien. Die Beweisführung von Schloß sei einer rein marxistischen analog: Die äußere Situation werde die Juden zur zionistischen Entscheidung zwingen. Eine solche Zwangsläufigkeit besteht nicht. Die Juden glauben zwar, daß es ihnen hier schlecht geht, man müßte ihnen aber auch zeigen können, daß Palästina Millionen von Menschen sofort ein Arbeitseinkommen geben könne. Aus der richtigen Behauptung vom Sonderschicksal der Juden können sehr verschiedene Konsequenzen gezogen werden. Zum Beispiel gibt es heute zahlreiche Juden, die auf Grund der zionistischen Diagnose zu einem Galuthnationalismus kommen, dem die organische Verbindung mit Palästina fehlt. — Blumenfeld lehnt jene Methode der Propaganda?b, deren Hauptinhalt die Darstellung der schlechten Situation der Juden, vor allem in den Ostländern, ist; der angeklebte Palästina-Schluß solcher Reden wirke künstlich. Es fehlt die überzeugende Darstellung von der Notwendigkeit der Palästina- Entscheidung auf Grund wirtschaftlicher und soziologischer Galuthbetrachlungen. Blumenfeld bekämpft Löwensteins Meinung, daß Zionisten in der Debatte mit den Kommunisten nur auf marxistischer Grundlage erfolgreich argumentieren können. Der Zionismus könne, wie er schon in seinem Referat dargelegt habe, weder wirtschaftlich noch mechanistisch begründet werden. der Diskussion werden außerdem unsere sozialistischen Ausführungen »mmer einen apologetischen Charakter gegenüber der — antizionistischen —- Marxistisch glanzvolleren und durch die Realität des Lebens gewaltigeren Erstellung der Sowjetvertreter tragen. Man könnte sich zwar denken, daß C1n offensiver Sozialismus, der durch seine Ideen die Welt umgestalten will, A'5 Gegner des Sowjetsystems sich durchsetzt. Blumenfeld hält es nicht für ,ln^enkbar, daß z. B. auf der Grundlage der Ideen von A.D. Gordon ein jacher Kampf einmal in späterer Zeit mit Aussicht auf Erfolg geführt werden ♦°nne, Im Augenblick besteht jedoch für diese Art von kämpferischer AustIr>aiidersetzung keine Möglichkeit. 123

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