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Der jüdische Student · 1932-05-01 · Heft 4 (Mai 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 4 (Mai 1932)
Date
1932-05-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Dabei muß ich mich auch dagegen wenden, daß eine Parallele, gezogen wurde zwischen Revisionismus und Nationalsozialismus oder Faschismus. Diese Irrtümer entstehen, weil wir immer für oder gegen einen „Ismus** Stellung nehmen. Unsere Legion in Palästina wollen wir nicht deshalb, weil der Faschismus auch Legionen hat, sondern weil wir sie brauchen. Zu jeder geschichtlichen Erscheinung gibt es Parallelen, jede nationale Bewegung zeigt Aehnlichkeiten mit anderen nationalen Bewegungen. Jeder Kampf füreine Sache bringt Methoden hervor, die eben dem Kampf entsprechen. Es ist aber denkbar oberflächlich, die äußerlichen Aehnlichkeiten mit an sich fremden, andersartigen Bewegungen zur Widerlegung der Politik oder Grundrichtung unserer Bewegung zu verwenden. Entscheidend ist doch nur, ob die Sache, für die wir eintreten, eine gute Sache und die anzuwendenden Mittel die richtigen sind. Wir müssen die Eigengesetzlichkeit des Zionismus proklamieren, aus seinen Erfordernissen unsere Politik ableiten und uns um die Aehnlichkeiten mit anderen Bewegungen nicht kümmern. Damit habe ich in großen Umrissen das gesagt, was ich zu dieser Diskussion sagen wollte. Es soll ein Beitrag zu Eurer Aussprache sein, der, wie ich hoffe, mindestens den Vorzug hat, daß die Thesen, auf die es mir ankam, mit einer gewissen Klarheit herausgearbeitet worden sind. Ich bitte Euch noch einmal: Macht diese Dinge nicht zu Diskussionen von Parteien und Gruppen. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus ist keine Parteiangelegenheit. Sie kann m. E. auf der Grundlage geführt werden, wie ich sie gegeben habe, P o 11 a c k : Die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus ist das Ringen mit einem echten und schwierigen Problem. Es ist zu begrüßen, daß Blumenfeld in seinem einleitenden Referat darauf verzichtet hat, an dieses Problem von der formalen Seite aus heranzugehen, wie Krojanker das in seinem Aufsatz tut. Die formale Diskussion, die hier dann auch z. B» von Löwenstein versucht worden ist, bleibt immer unfruchtbar. Erstens ist es praktisch kaum möglich, die behaupteten Tatsachen und Tatbestände auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, und zweitens wird die Wertung dieser Tatsachen und Tatbestände auch je nach der ideenmäßigen Grundeinstellung der Diskutierenden verschieden sein. Eine so geführte Debatte ist deshalb wenig zweckmäßig. Sinnvoll ist es dagegen, zunächst einmal die materielle Grundlage der Auseinandersetzung herauszuarbeiten und, wie Biumenfeld das hier getan hat, festzustellen, daß es vor allem jeweils im historischen Ablauf aktuell werdender Fragen die Notwendigkeit gibts eine überzeitliche, permanente Totalität des Lebens zu haben. Diese Totalität ist nur für Völker gegeben, die unter normalen Bedingungen leben, d. h. im eigenen Land/ nach C1genem Gesetz. Nur für so lebende Völker besieht eine legitime moralische und tatsächliche Möglichkeit, zu den jeweils aktuellen Problemen — so auch 2l* dem der kommunistischen Umgestaltung der ökonomischen und sozialen Ordnung — Stellung zu nehmen. Nur so lebende Völker haben den historischen Standort, um eine soziale und ökonomische Ordnung bauen und umbauen zu können. Damit ist die Abgrenzung gegenüber dem Kommunismus gegeben. Man könnte meinen, das sei keine neue Erkenntnis und Ber Borochow 'ahe das auch in dem von ihm begründeten ideologischen System der Poale 117

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